Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachverständlichkeit und Tragekomfort von "Headsets"

04.02.2003


In einem Laborexperiment untersuchte ein FH-Team Kopfhörer-Mikrofon-Kombinationen, wie sie in Callcentern zum Einsatz kommen. Prof. Dr. Dieter Lorenz, Arbeitswissenschaftler an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, leitete den Test, bei dem es vor allem um die Sprachverständlichkeit handelsüblicher "Headsets" ging.


In Berufen, in denen viel telefoniert wird, sind herkömmlichen Telefone oft nicht praxisgerecht. Wenn beide Hände zur Eingabe oder zum Abrufen von Informationen über Tastatur und Maus am Bildschirmarbeitsplatz benötigt werden, ist der Telefonhörer störend. Häufig wird er dann zwischen Kopf und Schulter eingeklemmt. Zwangshaltungen und schmerzhafte Verspannungen sind die Folge. An derartigen Arbeitsplätzen, wie sie in Callcentern weit verbreitet sind, empfiehlt sich die Verwendung so genannter Headsets. In Lautsprechern direkt am Ohr erklingt die Stimme des Anrufers. Ein Mikrophon vor dem Mund überträgt die Stimme des Headsetnutzers. Da solche Geräte zum freihändigen Telefonieren häufig über den gesamten Arbeitstag getragen werden, kommt der Sprachverständlichkeit und dem Tragekomfort eine besondere Bedeutung zu. Werden die Anrufer nicht sofort richtig verstanden, so dass Nachfragen folgen, dann stört das nicht nur die Kommunikation mit den Kunden. Es verlängert auch unnötig die Telefonate, was sich in der Qualität, dem Servicelevel und den Kosten niederschlägt.

Der aktuelle Labortest wurde angeregt und unterstützt durch die Bereiche Arbeitsschutz und Ergonomie sowie den ärztlichen Dienst der Deutschen Telekom. Dabei hatten 40 Versuchspersonen, deren gute Hörfähigkeit zunächst überprüft wurde, die Aufgabe, 192 Sprachbeispiele anzuhören und wiederzugeben. Die eine Hälfte hatte keine Erfahrung mit Headsets. Den anderen 20 Teilnehmern waren sie aus ihrem Arbeitsalltag in Callcentern der Deutschen Telekom in Gießen vertraut. Die Sprachbeispiele waren kontextunabhängig und unvorhersehbar. So war es den Versuchspersonen unmöglich, nicht verstandene Worte aus dem Sinnzusammenhang heraus zu ergänzen.


Die Sprachbeispiele waren von Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern gesprochen worden. Es gab verrauschte und nicht verrauschten Varianten, und zudem liefen die Versuche bei einer leisen (53 dBA) und relativ lauten (67 dBA) Umgebung.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Es bestehen signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen Produkten. Anhand einer Analyse der Übertragungsfrequenzen der getesteten Headsets konnte geklärt werden, wie der Frequenzgang eines Gerätes sein sollte, um eine gute Sprachverständlichkeit zu garantieren. Es wurde deutlich, dass eine sorgfältige Forschungs- und Entwicklungsarbeit sehr zur Qualität der Fabrikate beiträgt, wie das Beispiel der Firma Plantronics zeigt. Dieser führende Headset-Anbieter erzielte mit seinen Produkten immer wieder beste Ergebnisse bei den Tests.

Das Team untersuchte auch aktuelle Entwicklungen, die zur akustischen Sicherheit der Produkte beitragen sollen. Dabei geht es um Mechanismen zur Schnellabschaltung, mit denen einer Gefährdung oder Belästigung der Headset-Nutzer (etwa durch überlaute Geräuschquellen) vorgebeugt werden kann. Hier hatte vor allem die Deutsche Telekom den Wunsch, ihre Mitarbeiter vor den Risiken solcher akustischen Einflüsse zu schützen.

Erhard Jakobs | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

nachricht Wissenschaftler entschlüsseln das „perfekte Selfie“
26.06.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik