Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hörfunkübertragung digital signiert

30.01.2003


Fraunhofer testet Verfahren zur Einbettung digitaler Wasserzeichen bei Radioübertragungen



Praktikables Verfahren für Mehrwertdienste und Werbekontrolle

... mehr zu:
»IIS »Mehrwertdienst »Radar »Wasserzeichen


Feldversuche erfolgreich - Präsentation auf der CeBIT geplant - Fraunhofer-Stand A14, Halle 11, CeBIT-Messe Hannover 12.-19.3.2002


Hörfunksendungen lassen sich zuverlässig, live und ohne großen Aufwand mit "digitalen Wasserzeichen" signieren. Das hat jetzt ein Feldversuch der beiden Fraunhofer-Institute IPSI (Darmstadt) und IIS (Erlangen) mit dem Darmstädter Lokalradio RADAR gezeigt. Auf der CeBIT-Messe wird die Technik der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Digitale Wasserzeichen sind Informationen - beispielsweise Kundennummer, Sendetermin, Sendername, Künstler usw. - , die "on the fly" in die Audiodaten eingebettet werden und sich wieder auslesen lassen, ohne dass die Tonqualität hörbar leidet. Digitale Wasserzeichen verhindern zwar keine Raubkopien, erschweren aber die kommerzielle Verwertung von Raubkopien erheblich.

Im Rahmen des Transmark-Projektes haben die Fraunhofer-Institute IPSI und IIS gemeinsam mit dem Darmstädter Radiosender RADAR einen Versuch zur Evaluierung der Resistenz digitaler Audiowasserzeichen gegenüber Radioübertragungen durchgeführt. Dazu wurde ein vorproduziertes Programm der Sendung GospelRock von einer Stunde mit Wasserzeichenverfahren unterschiedlicher Stärke markiert. Zum Einsatz kam ein Algorithmus von Fraunhofer IIS und eine Entwicklung des IPSI-Spin-offs Platanista. Die Übertragung wurde an verschiedenen Stellen aufgezeichnet. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Ein Großteil der Wasserzeichen konnte wieder ausgelesen werden. Bei entsprechend stark eingebetteten Wasserzeichen lag die Erfolsgquote bei 100 Prozent. Aber auch Wasserzeichen, die die Qualität der Audiodaten nicht hörbar beeinträchtigen, konnten in den meisten Fällen die Radioübertragung überstehen. Es wurden absichtlich keine hochwertigen Spezialgeräte verwendet, sondern beispielsweise einfache Radiogeräte, deren Signal auf Laptops aufgezeichnet wurde. Auch interne PC-Radiokarten wurden erfolgreich eingesetzt.

Praktikables Verfahren für Mehrwertdienste und Werbekontrolle

Folglich steht dem Einsatz digitaler Wasserzeichen hinsichtlich Hardwareanforderungen von Seiten der Hörer nichts entgegen: Jeder, der ein Radiosignal digital aufzeichnen kann, ist auch in der Lage, die Wasserzeichen auszulesen. Das Transmark-Projekt ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt zu Konzeption, Entwicklung und Evaluierung von Transaktionswasserzeichen. Diese Wasserzeichen sind in der Lage, Datenmaterial in Echtzeit, beispielsweise in Online-Shops, zu markieren. Es werden sowohl Verfahren im Audio- als auch im Videobereich untersucht. Die Einsatzgebiete der Technologie sind vielfältig. Zum Einen sind sehr einfache Mechanismen zur Kontrolle von Übertragungen möglich. Werbende können so effizient die Sendung ihrer Spots protokollieren. Zum Anderen sind Mehrwertdienste ebenfalls denkbar: In Musikstücken können der Titel oder Name des Künstlers eingebettet werden, aber auch Informationen über Internetseiten, auf denen das Musikstück gekauft werden kann. Im nächsten Schritt ist es für Musikverlage denkbar, den Erfolg von Promotionaktionen im Zusammenspiel mit Radiosendern und Online-Shops zu prüfen. Ansprechpartner: Martin Steinebach, Fraunhofer IPSI, Dolivostr.15, D-64293 Darmstadt , Tel: +49-6151-869-825, Fax: +49-6151-869-6847, http://ipsi.fhg.de/~steineba/ , Email martin.steinebach@ipsi.fhg.de.

Fraunhofer IPSI: Integrierte Publikations- und Informationssysteme für virtuelle und reale Welten

Das Fraunhofer IPSI in Darmstadt erforscht und entwickelt anspruchsvolle Software-Lösungen für die arbeitsteilige Zusammenarbeit, das Publizieren und Informieren und das lebenslange Lernen in realen und virtuellen Umgebungen. Zu den Arbeitsgebieten gehören Wissensmanagement und kooperative Lernsysteme, digitale Bibliotheken und Informationssysteme, datenbankgestützte Publikationswerkzeuge, Informationsstrukturierung durch XML, verteilte Redaktionsumgebungen zur gemeinsamen Pflege umfangreicher Datenbestände, Sicherheit für Medien und Dokumentenmanagement und Dienste für die mobile Kommunikation.

Von der Mehrfachverwertung von Verlagsprodukten über stationäres und mobiles Telelearning bis hin zur automatisierten Generierung von "Content" für Mobiltelefone, Taschencomputer oder Navigationssysteme reicht das Spektrum der Anwendungen. Das Institut ist ein 1987 von der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) gegründetes Forschungsinstitut, dessen Leiter von Anfang an Prof. Dr. Erich J. Neuhold ist. Neuhold leitet auch das entsprechende Fachgebiet im Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. Die enge Verbindung mit der Hochschule wird durch weitere Mitarbeiter des IPSI, die an der TU in Lehre und Ausbildung tätig sind, gefestigt. Am IPSI arbeiten und forschen gegenwärtig über hundert Personen, etwa 20 Prozent davon aus dem Ausland. Im Juli 2001 wurde das IPSI wie sämtliche anderen GMD-Institute mit der Fraunhofer-Gesellschaft verschmolzen.

Neben den weltweiten Fraunhofer-Kontakten nutzt das IPSI die Stärke und das Know-how aus strategischen Partnerschaften mit wichtigen Forschungseinrichtungen wie der TU Darmstadt und dem Hessischen Telemedia Technologie Kompetenzzentrum. Daneben fördert IPSI die Ausgründung von Unternehmen, die sich in einem Technologiepark rund um das Institut ansiedeln und weiterhin in gemeinsamen Projekten ihr Wissen und Können einbringen.
Detaillierte Informationen zu einzelnen Forschungsgebieten und zu den Ansprechpartnern finden sich im Internet unter http://ipsi.fraunhofer.de/

| Fraunhofer IPSI
Weitere Informationen:
http://ipsi.fraunhofer.de/ipsi/nav/ipsi_f_press.html

Weitere Berichte zu: IIS Mehrwertdienst Radar Wasserzeichen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Soundbar reduziert Höranstrengung
25.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht Moderne Medientechnik im Atlasgebirge
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften