Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multimedia - Neues Leben für Telefonzellen

13.01.2003


Nicht nur die Aufschrift "Dieses Telefon kann Leben retten. Zerstört es nicht!" ist aus dem österreichischen Straßenbild verschwunden, auch so manche Telefonzelle selbst wurde eingespart. Die hohe Handy-Penetrationsrate sowie die deutlich gestiegenen Telefongebühren der öffentlichen Fernsprecher haben die Umsatzzahlen sinken und damit die Profitabilität des klassischen "Telefonhüttls" in unerreichbare Ferne rücken lassen. Ähnliches ist in ganz Europa zu beobachten. Die Ex-Monopolisten versuchen die Anzahl der Telefonzellen zu reduzieren, so weit ihr (subventionierter) Versorgungsauftrag dies zulässt.



So wurden in Österreich in den letzten vier Jahren etwa 5.000 Apparate eingezogen. Von den übrigen rund 25.000 sind zwei Drittel Münztelefone, ein Drittel operiert mit Wertkarten. Gleichzeitigen versuchen die Unternehmen zusätzliche Einnahmen zu erzielen.



Die British-Telecom-Tochter BT Payphones setzt etwa auf Multimedia und hat dabei gleich mehrere Multimedia-Telefonzellen-Modelle im Angebot. Beim Topmodell kann man neben surfen (zehn Pence pro Minute) und simsen (20 Pence pro SMS) auch spielen, Klingeltöne fürs Handy erwerben und ortsbezogene Informationen wie Stadtpläne oder Touristeninfos sowie Angebote von Restaurants oder Hotels einsehen. Bezahlt wird cash oder mit Kreditkarte. BT Payphones sucht aktiv nach Partnern, die einen "Internet Kiosk" aufstellen und dafür am Umsatz beteiligt werden möchten. Zusätzlich will man auch durch Aktionspreise das Geschäft beleben. In Liverpool kann parallel zum nachweihnachtlichen Ausverkauf in gekennzeichneten Telefonzellen bis 24. Februar zum Schleuderpreis telefoniert werden. Für Lokalgespräche reichen 20 Pence nun 55 Minuten anstatt der üblichen 110 Sekunden. In Österreich sind keine Preissenkungen geplant.

Auch die Telekom Austria setzt auf Multimedia. Derzeit hat das Unternehmen 25 Stück so genannte MultimediaStations in Wien und Graz in Betrieb. Die MultimediaStations sind mit Touchscreen und Videokamera ausgestattet und mit einer ADSL-Anbindung (512 kbit) mit dem Internet verbunden. Die ebenfalls getesteten Drucker werden aufgrund des großen Wartungsaufwandes nicht mehr eingebaut. Einfache Dienste wie das Verschicken von E-Mails und SMS gibt es schon ab zehn Cent pro Minute; ab 20 Cent pro Minute kann man Telefonate mit gleichzeitiger Videoübertragung führen. Auch ganz normale Telefonate können geführt werden.

Die Bezahlung der unterschiedlichen Multimediadienste kann wahlweise mittels Münzen oder Quickfunktion erfolgen. Letztere wurde bereits seit längerem im Wiener AKH an normalen Telefonzellen getestet, hat aber abseits der MultimediaStations keine weitere Verbreitung erfahren. Zusätzliche Einnahmen erhofft man sich durch ortsbezogene Informationen. Betriebe der näheren Umgebung einer MultimediaStation sollen ihre Angebote oder Veranstaltungstermine präsentieren und dafür einen Obulus entrichten. Hier dürfte die TA jedoch noch viel Überzeugungsarbeit, sowohl bei den Unternehmen als auch den potenziellen Usern, zu leisten haben.

Während es in Österreich keine kommerziellen Privatbetreiber von öffentlichen Fernsprechern gibt (wenn man von einzelnen Apparaten hauptsächlich in Bewirtungsbetrieben absieht), haben sich anderswo durchaus private Anbieter am Markt etabliert. Sie versuchen beispielsweise durch das Versprühen von Duftstoffen die Nutzung ihres Angebotes angenehmer zu gestalten. Da sie keinen Versorgungsauftrag zu erfüllen haben, können sie sich auf lukrative Standorte beschränken. Doch auch dort sind die Margen gering. Im Gegensatz zu den in die Fläche gegangenen Anbietern profitieren die privaten Anbieter von der Handyhausse, da die meisten Gespräche zu Mobiltelefonen geführt werden.

In Indien erleben öffentliche Telefone hingegen einen großen Aufschwung. Die staatliche BSNL hat in den letzten zehn Monaten 100.000 Dörfer mit so genannten Village Public Telephones ausgestattet. Und sogar die indischen Briefträger sind, wie berichtet seit Weihnachten wandelnde Telefonzellen.

Daniel A. J. Sokolov | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.telekom.at/Content.Node2/de/media/pa_1206a.php
http://www.btplc.com/Mediacentre/Agencynewsreleases/2002/an160.htm
http://www.payphones.bt.com

Weitere Berichte zu: Multimedia MultimediaStation Telefonzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie