Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unparteiisch und unfehlbar

11.10.2002


»Schuss...Tooor! - oder war es Abseits?« Eine Fehlentscheidung, die in einem Fußballspiel Sieg und Niederlage besiegeln kann, ärgert Spieler wie Zuschauer. Was der Schiedsrichter sagt, gilt - egal was eine Wiederholung der Szene in Zeitlupe zeigt. Damit der Unparteiische sicherer entscheiden kann, entwickelt das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS ein Sensorsystem, das derzeit im Nürnberger Frankenstadion installiert wird. Im November wird die funkbasierte Datenaufnahme- und -analyseeinrichtung ihre Fähigkeiten bei typischen Spielszenarien erstmals der Öffentlichkeit vorführen.



Mit dem System, das Hochfrequenztechniker des IIS gemeinsam mit dem Unternehmen Cairos Technologies AG in Karlsruhe und Sportwissenschaftlern der TU München entwickeln und aufbauen, lässt sich jede Szene des Fußballspiels rekonstruieren. Taktik, Laufprofile der Spieler und Fluggeschwindigkeiten des Balls dürften nicht nur Trainer interessieren. Auch der Fußballverband FIFA sieht der Einführung von CAIROS bis zur Weltmeisterschaft 2006 positiv entgegen.



Bisher wurden Szenen des Spiels per Video aufgenommen. Um sie auszuwerten, müssen die Bilder dem Computer manuell erklärt werden: Wer ist welcher Spieler und wo ist der Ball? Erst damit und aus mehreren Ansichten kann er den Spielverlauf dreidimensional errechnen. Für schnelle Entscheidungen noch während des Spiels ist diese Vorgehensweise zu langsam und wird - auch wegen der hohen Kosten - nur für wichtige Szenen eingesetzt. »Solche Nachteile kennt das neue Verfahren nicht«, erklärt Projektleiterin Sylvia Couronné. »In die bei Profispielen vorgeschriebenen Schienbeinschoner haben wir kleine, wenige Gramm leichte Sender eingebaut. Einige hundertmal pro Sekunde sendet jeder seine individuellen Mikrowellensignale - der schnellere Ball viermal öfter. Am Rand des Spielfelds verteilt stehen bis zu zehn Empfangsantennen.« Über Glasfaserkabel erreicht die Datenflut den zentralen Computer, der die Positionen aller Sender über eine mathematisch aufwendige Analyse der Signallaufzeiten auf Zentimeter genau berechnet. Er vergleicht sie mit den ortsfesten Daten von Spielfeld und Tor. Viel schneller als der Schiedsrichter pfeifen kann, erhält er von außen ein Signal und kann im Display einer Spezialarmbanduhr Begriffe wie »Tor«, »Aus« oder »Abseits« lesen. Damit braucht der Unparteiische Fehlentscheidungen weniger zu fürchten und kann sich um »menschlichere Probleme« wie Handspiel, Foul oder Schwalbe kümmern.

Ansprechpartner
für Hochfrequenztechnik:
Dipl.-Ing. Sylvia Couronné
Telefon 0 91 31 / 7 76-3 13
für Marketing:
Dipl.-Wirtsch.-Ing. René Dünkler
Telefon 0 91 31 / 7 76-3 18
Fax 0 91 31 / 7 76-3 59

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS,
Bereich Angewandte Elektronik
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen


Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Integriert Schaltung Spielfeld Unparteiisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie