Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

D-School-Studenten entwickelten Kartensystem, das Menschen mit geistiger Behinderung hilft

11.07.2008
Studenten der School of Design Thinking des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts haben gemeinsam mit ihren Projektpartnern Lernmobil e.V. und Special Olympics ein Kartensystem entwickelt, mit dem geistig Behinderte in die Lage versetzt werden, selbständiger am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Das studentische Projektteam präsentierte die Innovation zum Semesterabschluss in Anwesenheit der Projektpartner am 11. Juli 2008 auf einer Festveranstaltung mit mehr als 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Außerdem wurde das Hasso-Plattner-Institut mit der School of Design Thinking im Rahmen der Veranstaltung zum dritten Mal in Folge als "Ausgewählter Ort" von der Kampagne "Deutschland - Land der Ideen" geehrt.

Das präsentierte System besteht im Wesentlichen aus einem Set mit drei Kartentypen: Bedürfniskarten, Wegekarten und einer Notfallkarte. Die Bedürfniskarten sollen es Menschen mit Artikulationsproblemen erleichtern, Fremde gezielt um Hilfe zu bitten. Wegekarten sollen zusätzlich die Mobilität und Orientierung im öffentlichen Raum erleichtern. Die Informationen auf der Notfallkarte geben Helfern wichtige Hinweise für ein angemessenes Vorgehen in medizinischen und anderen Notfällen.

Die Karten enthalten sowohl Bild- als auch Textinformationen. Grafische Darstellungen machen den Umgang mit den Karten auch für diejenigen möglich, die nicht lesen können. So sind etwa Wegstrecken durch Bilder von Häusern oder anderen Landmarken dargestellt, an denen abgebogen werden muss. Kurze Texte richten sich vor allem an fremde Unterstützer, die auf der Straße angesprochen werden, und einfach Hilfestellungen benötigen, wenn der betroffene Mensch mit geistiger Behinderung nicht mehr alleine weiterkommt.

... mehr zu:
»Behinderung »IT-System

"Wir freuen uns, dass wir als Projektpartner. die vier Studenten begleiten konnten und im Ergebnis praktische Hilfsmittel für Menschen mit geistiger Behinderung entstanden sind. Für uns, die wir uns als Special Olympics um die Integration von Menschen mit geistiger Behinderung in die Gesellschaft bemühen, ist dieses Projekt ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Akzeptanz", so Thomas Reinecke, Geschäftsführer von Special Olympics Deutschland e.V.

Die Idee für das Kartensystem entstand im Rahmen der Ausbildung an Europas erster Innovationsschule. An der HPI School of Design Thinking wird unter Leitung von Prof. Ulrich Weinberg der in Deutschland einmalige Zusatzstudiengang Design Thinking - "erfinderisches Entwickeln" - gelehrt. Studentische Querdenker verschiedener Fachrichtungen arbeiten in multidisziplinären Teams an von Partnern gestellten realen Innovationsaufgaben.

Die studentische Projektgruppe:
Beate Ronneburger, Christine Schnaithmann, Georg Schumm, Frank Zopp
Hintergrund Projektpartner Special Olympics
Special Olympics Deutschland e.V. ist die nationale Organisation von "Special Olympics International", der weltweit größten - vom IOC offiziell anerkannten - Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die 1968 in den USA durch die Familie Kennedy gegründet wurde. Special Olympics verhilft Menschen mit geistiger Behinderung und ihren Angehörigen durch sportliche Aktivitäten, mehr soziale und gesellschaftliche Anerkennung, mehr Selbstvertrauen und mehr Lebensfreude zu gewinnen.

Hintergrund Projektpartner Lernmobil

Lernmobil ist eine Initiative aus Berlin, die Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörigen in den Bereichen Leben, Arbeit und Freizeit unterstützt. Lernmobil hilft diesen Menschen, sich selbst zu helfen, indem verschiedene Arten von Schulung angeboten werden. Die Angebote eröffnen den Betroffenen eine eigenständigere Lebensgestaltung und eine generelle Verbesserung ihrer Situation.

Hintergrund Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 400 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Im Oktober 2007 nahm die "HPI School of Design Thinking" ihre Arbeit auf. Sie vermittelt Studierenden aller Fachrichtungen die Fähigkeit, in multidisziplinären Teams besonders benutzerfreundliche IT-nahe Produkte und -Dienstleistungen zu entwickeln. Das zweisemestrige Zusatzstudium ist offen für alle Studentinnen und Studenten, die sich in der Endphase ihres universitären Master-, Diplom-, Magister- oder Promotions-Studiums befinden.

Die Bewerbungsfrist für das kommende Wintersemester endet am 15. Juli 2008, die Onlinebewerbung findet sich hier: http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school/bewerbung.html

Katrin Augustin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school/bewerbung.html

Weitere Berichte zu: Behinderung IT-System

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie