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Potsdamer Studenten verbessern die Versorgung von Krebspatienten

27.06.2008
Studenten des Hasso Plattner Instituts haben gemeinsam mit Ärzten der Charité Berlin und des Klinikums Ernst von Bergmann Potsdam ein System entwickelt, das es Ärzteteams ermöglicht, sich über Klinikgrenzen hinweg sehr effizient per Videokonferenzen über Krebsdiagnosen und Therapiepläne für ihre Patienten auszutauschen.

Dafür entwickelte das fünfköpfige Studententeam unter Anleitung von Prof. Dr. Christoph Meinel, HPI-Direktor und Leiter des Lehrstuhls "Internet-Technologien und -Systeme" eine neue Internet-Anwendung, die am 27. Juni bei HPI-Bachelorpodium vor rund 200 Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in Potsdam vorgestellt wird.

Die rasante Entwicklung in der Medizin führte in den letzten Jahren zu einer weitgehenden Spezialisierung unter den Ärzten und Kliniken. Deshalb ist es sehr wünschenswert und guter Stand der Praxis, dass sich die Ärzte verschiedener medizinischer Einrichtungen bei besonders komplizierten Fällen über ihre Diagnosen, Behandlungsmethoden und Therapiepläne austauschen und beraten.

Das mit den neuesten Mitteln der modernen Internet- und Web-Technologie zu unterstützen, ist das Ziel des von den Studenten entwickelten Videokonferenz-Systems. "Wir wollten es vor allem kleineren Krankenhäusern ermöglichen, auch vom Know-How weit entfernt arbeitender Krebsspezialisten zu profitieren und so ihre Patienten besser zu versorgen", erklärte Franz Görke, Sprecher des Bachelorprojekts.

Neben Übertragung von Stimme und Video bekommen alle Konferenzteilnehmer auf ihren Monitoren automatisch Diagnose und Behandlungsschritte für den Patienten angezeigt, über den gerade beraten wird. Außerdem können Röntgenbilder oder andere Grafiken übermittelt werden und auf ihnen mit einer elektronischen Tafel Markierungen eingezeichnet werden, die auch die entfernt zugeschalteten Ärzte sehen können. Die Ergebnisse der Videokonferenzen können außerdem automatisch in das Krankenhausinformationssystem des behandelnden Krankenhauses eingepflegt werden, sodass dort kein zusätzlicher Aufwand entsteht. "Bei der Entwicklung der Software war uns besonders wichtig, dass auch die Bedienung einfach erlernbar ist und so schnell Verbesserungen für die Krebspatienten erzielt werden können", erläuterte Görke.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Beim "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts präsentieren
Bachelorstudenten seit 2005 jedes Jahr einer interessierten Öffentlichkeit die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite

http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit circa 400 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Frieder Bechtel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-uni-potsdam.de/bachelorpodium
http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html

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