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Deutschland führt bei öffentlich-rechtlichem TV

26.06.2002


203 Minuten pro Tag vor dem Bildschirm

Deutschland hat von allen EU-Ländern die meisten, nämlich 14 öffentlich-rechtliche TV-Sender mit landesweiter Verbreitung. Italien liegt mit sechs Sendern weit abgeschlagen auf Rang zwei, gefolgt von Spanien mit fünf. In der EU gibt es insgesamt 57 öffentlich-rechtliche Fernsehsender. Das geht aus einer aktuellen Vergleichsstudie des europäischen Amtes für Statistik, Eurostat, hervor, wobei die Daten sich jeweils auf das Jahr 2000 beziehen. Finanziert wurden diese Sender zu 78 Prozent aus Rundfunkgebühren (EU: 62 Prozent), nur fünf Prozent der Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kamen aus der Werbung (EU: 17 Prozent). Insgesamt waren 2000 in Deutschland etwa 83.000 Personen im Hörfunk- und Fernsehsektor beschäftigt.

Europäischer Durchschnitt sind die Deutschen hingegen bei der täglichen Fernsehdauer. Mit 203 Minuten pro Tag (EU: 204 Minuten) belegen sie Platz fünf. Selbst von europäischen Spitzenreitern wie Italien (239 Minuten), Griechenland (236 Minuten) und Großbritannien (221 Minuten) wird jedoch der US-Durchschnitt von 260 Minuten nicht erreicht. TV-Muffel sind die österreichischen Nachbarn mit 144 Minuten täglich, die nur von Norwegen und Luxemburg unterboten werden. Österreich ist führend beim TV-Empfang via Satellit. 45 Prozent der österreichischen Haushalte empfangen ihr TV-Programm so. Deutschland liegt mit 36 Prozent abgeschlagen auf Rang zwei. In Griechenland (97 Prozent), Italien (88 Prozent) und Spanien (79 Prozent) wird überwiegend terrestrisch ferngesehen. Im europäischen Durchschnitt empfingen 51 Prozent der Haushalte hauptsächlich terrestrisches TV, 31 Prozent Kabelfernsehen und 19 Prozent Satelliten-TV. Die Mehrheit der US-Amerikaner sieht hingegen über Kabel fern (68 Prozent), 23 Prozent empfangen ihr TV-Programm terrestrisch, nur neun Prozent via Satellit.

Gemäß der Eurostat-Studie besaßen im Jahr 2000 96 Prozent aller Haushalte mindestens ein TV-Gerät (USA: 97 Prozent). 1999 waren europaweit in etwa 11.500 Rundfunkunternehmen etwa 290.000 Personen beschäftigt. Mindestens 115.000 Personen sind bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beschäftigt. Die beiden größten europäischen TV-Märkte sind Deutschland und Großbritannien. Der EU-Fernsehmarkt erzielte im Jahr 2000 einen Umsatz von 45 Mrd. Euro, der US-Fernsehmarkt kam auf ein Volumen von 62 Mrd. Euro. Für den europäischen TV-Markt stellen öffentliche Mittel mit 32 Prozent der Gesamteinnahmen die zweitwichtigste Einnahmequelle dar (USA nur 1,2 Prozent). 47 Prozent der Einnahmen kommen aus der Werbung (USA: 61 Prozent) und 21 Prozent werden durch Gebühren erwirtschaftet (USA: 38 Prozent).

Erwin Schotzger | pte.online
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/eurostat

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