Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Social Communitys: Kinder in Gefahr

02.04.2008
Bericht kritisiert fehlendes Risikobewusstsein von Eltern

Millionen von Kinder nutzen Social-Networking-Webseiten, die eigentlich nur für Erwachsene bestimmt sind. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der britischen Medienaufsichtsbehörde Office of Communications (Ofcom) hervor, die das Internetnutzungsverhalten in Großbritannien analysiert hat.

Demnach haben rund ein Viertel aller Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren, die über einen Zugang zum Internet verfügen, ein eigenes Profil auf einem Social-Networking-Portal. Diese große Zahl sei ein klarer Widerspruch zu den geltenden Richtlinien der Altersfreigabe, die eigentlich Internetnutzer dieses Alters von derartigen Seiten fernhalten sollten, stellt die Ofcom besorgt fest.

Kritikwürdig seien vor allem die Alterskontrollpraktiken auf den gängigen Netzwerk-Plattformen wie Bebo, MySpace und Facebook. Diese würden zwar ihren Nutzern erst ab einem Alter von 13 bis 14 Jahren die Erstellung eines Profils erlauben, eine aktive Kontrolle des Useralters finde ansonsten allerdings nicht statt. Die Behörde schätzt, dass aufgrund dieser Umstände derzeit an die 11,5 Mio. Kinder in Großbritannien mit ungeeigneten Inhalten im Internet in Berührung kommen.

"Soziale Netzwerke sind eindeutig ein sehr wichtiger Teil des Lebensalltags von Menschen. Sie üben auch einen großen Einfluss darauf aus, wie Menschen heute ihr Leben leben", erklärt James Thickett, Geschäftsführer im Bereich Marktforschung bei der Ofcom, gegenüber BBC News http://news.bbc.co.uk . Die Ausmaße allein seien es aber nicht, die problematisch sind, erst das fehlende Gefahrenbewusstsein in den Reihen der Nutzer mache die Angelegenheit bedenklich. "Während Nutzer über den Status ihres Profils sehr gut Bescheid wissen, fehlt ihnen großteils das Bewusstsein für Sicherheitsangelegenheiten", stellt Thickett fest. Dies sei insbesondere für jüngere Usergruppen gefährlich. "Eltern, die es ihren Kindern erlauben, ohne Aufsicht und Unterstützung online gehen zu lassen, müssen begreifen, dass sie diese einem großen potenziellen Risiko aussetzen", ergänzt Robert Blake, Leiter des Bereichs Medienbildung bei der Ofcom.

Laut der Ofcom-Untersuchung gibt es einen grundlegenden Unterschied in der Wahrnehmung der Nutzung sozialer Netzwerk-Plattformen zwischen Erwachsenen und Kindern. So gaben zwar 65 Prozent der Eltern an, ihren Kindern eigene Regeln für den Umgang mit derartigen Webseiten auferlegt zu haben, aber nur rund die Hälfte der befragten Kinder bestätigten dies. Rund 43 Prozent der jungen Internetnutzer haben eigenen Angaben zufolge keine entsprechenden Richtlinien innerhalb der Familie zur Verfügung. Insgesamt nutzen laut Ofcom bereits 22 Prozent der britischen Bürger Social-Networking-Angebote im Netz. In der Altersgruppe der Acht- bis 17-Jährigen sind es sogar 49 Prozent.

Die Internetnutzung von Kindern ist zur Zeit ein brandheißes politisches Thema in Großbritannien. Ausgehend von einem kürzlich veröffentlichten Forschungsbericht der Psychologin Tanya Byron werden die Rufe nach einem verbesserten Schutz vor allem der jungen britischen Internetsurfer zunehmend lauter (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080327045 ). Byron hatte die Regierung und die Computerspielindustrie dazu aufgefordert, sich stärker dafür einzusetzen, dass "die digitale Welt für Kinder und jüngere Menschen sicherer wird". Sie forderte zu diesem Zweck eine staatliche Aufklärungskampagne und mehr Informationsmaterial zu dieser Problematik für Eltern.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ofcom.org.uk

Weitere Berichte zu: Internetnutzer Netzwerk-Plattform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Wenn die Bilder lügen - KI-System entlarvt Fake News im Internet
20.04.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Warum wechseln Menschen ihre Sprache?
14.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften