Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Integration von Türken in Deutschland: Internet als Chance?

11.02.2008
Universität Bremen startet DFG-Forschungsprojekt zu digitalen Medien und Migration.

Gegenwärtig wird breit über die Integration von Türken in Deutschland diskutiert. Zeitgleich startet an der Universität Bremen ein zweijähriges Forschungsprojekt zu den Möglichkeiten, die das Internet und andere digitale Medien für eine Integration von Migranten in Deutschland bieten: Das Institut für Medien, Kommunikation und Information (IMKI) im Fachbereich Kulturwissenschaften warb bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erfolgreich mehr als 150.000 Euro für ein wichtiges Forschungsprojekt hierzu ein.

Ein Forschungsbedarf besteht deshalb, weil die Möglichkeiten, die das Internet für Zuwanderer aus der Türkei und anderen Ländern eröffnen, widersprüchlich sind: Einerseits hilft das Internet, dass sich Migranten in Deutschland verstärkt untereinander vernetzen. Durch Web-Portale, spezielle Web 2.0 Angebote oder beispielsweise Online-Läden können Migrantinnen und Migranten auch in der Ferne in wesentlich intensiverem Kontakt zueinander, aber auch zu ihrer alten Heimat bleiben. Gleichzeitig gestattet das Internet aber auch, dass beispielsweise spezielle Behörden-Dienste für Zuwanderer angeboten werden, dass Sprachlernen unterstützt wird oder dass Migranten leichter Zugang zu deutschsprachigen Gruppen und Communities finden können. Diese Möglichkeiten werden weiter dadurch gesteigert, dass sie mit den neuesten Smart-Phones auch mobil nutzbar werden.

In dem DFG-Forschungsprojekt mit dem Titel "Integrations- und Segregationspotenziale digitaler Medien am Beispiel der kommunikativen Vernetzung von ethnischen Migrationsgemeinschaften" soll konkret untersucht werden, welche Chancen das Internet bzw. digitale Medien für die Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft bieten. Im Fokus stehen die Gruppen der türkischen, russischen und marokkanischen Migranten in Deutschland. Dabei geht das Projekt nicht von der Vorstellung aus, Integration wäre eine einfache Assimilation. Vielmehr unterstützen digitale Medien ganz andere Formen von Integration, nämlich die Möglichkeit einer intensiven und sich gegenseitig stabilisierenden Vernetzung sowohl innerhalb der Zuwanderergruppe als auch zu verschiedenen deutschsprachigen Angeboten. Die Erkenntnisse des Projekts sollen u. a. helfen, die Potenziale von digitalen Medien für ein produktives Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft in Deutschland auszuschöpfen.

Mit dem Projekt setzt das Institut für Medien, Kommunikation und Information der Universität Bremen seine bisher bereits erfolgreiche Forschung in dem Feld Medien und Migration fort: Erst zu Beginn des Jahres startete das Institut zusammen mit Partnern ein EU-Forschungsprojekt, das die Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien für einen Einbezug von Minderheiten in die Europäische Union untersucht.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Kulturwissenschaften
Institut für Medien, Kommunikation und Information (IMKI)
Prof. Dr. Andreas Hepp
Tel.: (0421) 218-67620 und (0421) 218 67601 (Sekretariat)
E-Mail: Andreas.Hepp@uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.imki.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Kulturwissenschaft Migrant Migration Zuwanderer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung