Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plakatkampagne mit Köpfchen

04.02.2008
Soll Werbung funktionieren, müssen möglichst viele Personen sie sehen. Mit einem speziellen Verfahren können Analytiker vorhersagen, welche Menschen wie oft an welchem Plakat vorbeigehen. So lassen sich Werbekampagnen optimal planen.

Die Wüste. Ewige Weite. Eine elegant gekleidete Frau. Ihr Blick geht in die Ferne. Mehr ist auf dem Plakat nicht zu sehen. Erst auf der nächsten Plakatwand löst sich das Rätsel auf. In der Wüste steht auch ein schwarzes Auto. Wie Marketingexperten herausgefunden haben, geht diese Strategie der zwei aufeinanderfolgenden Plakate oft auf und sorgt für viel Aufmerksamkeit.

Wer eine Werbekampagne plant, interessiert sich für viele Fragen: Wie viele Menschen gehen an einem Plakat vorbei? Welche Standorte eignen sich am besten, damit möglichst viele Passanten hingucken? Wie lange bleiben sie vor dem Plakat stehen? Welche Menschen schauen sich welche Plakate an? Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin können Antworten auf diese Fragen geben. Der von ihnen entwickelte Frequenzatlas gibt an, wie viele Leute pro Stunde an einem bestimmten Plakatstandort vorbeigehen – bundesweit in allen Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern und in insgesamt 6,2 Millionen Straßenabschnitten. »Darüber hinaus arbeiten wir an Analyseverfahren, mit denen wir weitere Fragen beantworten können«, sagt Terence Dörflinger, Projektleiter am IAIS. Die Wissenschaftler können aussagen, wie häufig eine Person an einem bestimmten Plakat vorbeifährt, radelt oder geht, wie schnell sie ist, aus welchem Blickwinkel sie es sieht – aus welcher Richtung sie also kommt –, welches Geschlecht oder Alter sie hat und welcher Zielgruppe sie entspricht. »In einer Studie haben wir Tausende von Testpersonen mit einem GPS-Empfänger ausgestattet und eine Zeitlang ihre Wegstrecken durch die Stadt beobachtet«, erklärt Dörflinger. »In der Regel muss eine Person ein Plakat einige Male gesehen haben, damit es ihr bewusst wird. Wissen wir, welchen Weg eine Person durch die Stadt geht, können wir die Plakate entsprechend aufstellen.«

Die Forscher verwendeten komplexe Algorithmen und Verfahren, um die gesammelten Daten zu analysieren und entsprechend aufzubereiten. Dank ihren Ergebnissen können Werbestrategen ihre Plakatkampagnen so planen, dass möglichst viele Menschen der gewünschten Zielgruppe erreicht werden. In der Schweiz nutzen Mediaplaner bereits die neuen Werkzeuge. Damit lassen sich sogar online Kampagnen selber zusammenstellen. Auf der CeBIT in Hannover vom 4. bis 9. März in Halle 9, Stand B36 demonstrieren die Forscher ihre Analysewerkzeuge.

Terence Dörflinger | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iais.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Plakat Plakatkampagne Werbekampagne

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Auf Videokacheln basierendes DASH Streaming für Virtuelle Realität mit HEVC vom Fraunhofer HHI
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik Heinrich-Hertz-Institut

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie