Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitaler Musikmarkt boomt: 2,9 Mrd. Dollar Umsatz

24.01.2008
Illegales Filesharing bremst positive Entwicklung

Der digitale Musikmarkt ist weiter im Aufschwung. Dies geht aus dem heute, Donnerstag, in London veröffentlichten "IFPI Digital Music Report 2008" hervor. Demnach wurde im Gesamtjahr 2007 ein Umsatz von 2,9 Mrd. Dollar erzielt, gegenüber 2006 entspricht das einer Steigerung von 40 Prozent.

Das Download-Angebot ist auf mehr als sechs Mio. Titel gestiegen, die in über 500 legalen Onlineshops weltweit für Musikliebhaber zur Verfügung stehen. Zurückzuführen sei diese Entwicklung nach Angaben der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) vor allem auf massive Investitionen der Musikwirtschaft in neue digitale Angebote und Vertriebswege.

Obwohl die positive Entwicklung am digitalen Musikmarkt eine gute Nachricht ist, gebe es auch negative Aspekte zu berichten, die den Online-Markt betreffen. "Die schlechte Nachricht ist, dass diese positive Entwicklung durch illegales Filesharing weiterhin massiv gebremst wird", erklärt Franz Medwenitsch, Geschäftsführer IFPI Austria. Der Aufschwung beim Verkauf legaler Musik decke nicht annähernd die Milliardenverluste, die durch Musikpiraterie im Internet entstehen würden. Das Verhältnis von illegalen Downloads zu legalen Verkäufen liege derzeit bei 20 zu eins.

Vor allem die Beliebtheit von Filesharing-Netzwerken mache der Musikindustrie auch weiterhin zu schaffen. Um sich diesem Problem anzunehmen, schlägt Medwenitsch eine Initiative nach dem Vorbild Frankreichs vor. Dort hat man im Zuge einer vom französischen Präsident Sarkozy ausgehenden Initiative Internetprovider dazu verpflichtet, nach mehreren Mahnungen jene Internet-Accounts zu sperren, über die nachweislich und wiederholt illegales Filesharing betrieben wird. "Es ist an der Zeit, dass auch die Internetprovider einen Beitrag zum Schutz des geistigen Eigentums leisten", meint Medwenitsch. Es könne nicht die alleinige Aufgabe der Musik- und anderer Kreativbranchen sein, für den Schutz ihres Contents im Internet zu sorgen. "Auch die Internetprovider tragen Verantwortung, denn sie profitieren auch davon", so der IFPI-Geschäftsführer.

Bereits vor zwei Wochen haben von media control GfK veröffentlichte Zahlen eine positive Entwicklung des legalen Musikdownload-Marktes bestätigt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080111004 ). Rund 38 Mio. digitale Musikprodukte seien demnach im Jahr 2007 in Deutschland heruntergeladen worden. Was den Umgang mit der Filesharing-Problematik betrifft, musste die Musikindustrie hingegen mittlerweile einen Dämpfer hinnehmen: Die seitens der Industrie unterstützten Änderungsvorschläge für den EU-Bericht zur Förderung der Kulturwirtschaft sind im Kulturausschuss des Europaparlaments durchgefallen. Die darin enthaltenen Forderungen nach einer Überwachung ihrer Kunden durch die Internetprovider und einer Verlängerung der Schutzfristen für Musikaufnahmen wurden nicht angenommen.

Markus Steiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ifpi.com

Weitere Berichte zu: Digital Filesharing Internetprovider Musikmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Kommunikation Medien:

nachricht Virtuell und 360°: die Zukunft bewegter Bilder
04.10.2016 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht Content-Marketing: In der Praxis angekommen - Studie zu Content-Marketing-Strategien
15.07.2016 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Kommunikation Medien >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie