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30 "Hyperriesen" dominieren Internet-Traffic

14.10.2009
Report: Peer-to-Peer rückläufig - Video-Streaming heiß begehrt

Das moderne Internet wird von einigen wenigen "Hyperriesen" dominiert. Nur 30 Unternehmen sind für 30 Prozent des gesamten Traffics verantwortlich, wobei sechs Prozent allein auf Spitzenreiter Google entfallen.

Zu diesem Ergebnis kommt der "Internet Observatory Report" von Arbor Networks, der University of Michigan und dem Merit Network. Auch fließt der Datenverkehr immer direkter und somit weniger über klassische Tier-1-Netzwerke, also internationale Transit-Betreiber. Die Analyse von 256 Exabytes (das sind eine Mrd. Gigabytes) an Daten über zwei Jahre zeigt auch, dass P2P-Traffic (Peer-to-Peer) an Bedeutung verloren hat, was auch mit den Vorteilen von Video-Streaming im Web zusammenhängt.

Was die Nutzung des Internets betrifft, zeigt sich in der Studie, dass die Hochblüte von P2P zu Ende scheint. Waren Anwendungen wie insbesondere Filesharing noch vor zwei Jahren für 40 Prozent des weltweiten Traffic-Volumens verantwortlich, sind es heute nur mehr 18 Prozent. Das Web dagegen ist mittlerweile für mehr als die Hälfte des Verkehrs verantwortlich. Das liegt offenbar nicht zuletzt an Web-Videos, die für Nutzer letztendlich auch eine bequemere Alternative darstellen. "P2P bedeutet Kopfschmerzen", zitiert das Magazin Wired Craig Labovitz, Chefwissenschaftler bei Arbor Networks. Denn bei P2P-Downloads muss vor dem Ansehen abgewartet werden, bis dieser abgeschlossen ist. Bei Web-Angeboten wie YouTube oder Hulu kann der User dagegen einfach ein Video starten.

Auch die Angebotsseite hat sich deutlich verändert. Während sich der Internet-Verkehr noch vor fünf Jahren proportional auf zehntausende Unternehmens-Webseiten aufgeteilt hat, dominieren heute einige wenige Hosting-, Cloud- und Content-Anbieter das Internet. Mit sechs Prozent des Traffics steht Google an der Spitze der eingangs erwähnten 30 Hyperriesen, zu denen neben bekannten Namen wie Facebook, YouTube oder Microsoft auch Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) wie Limelight http://www.limelightnetworks.com zählen. Insgesamt sind etwa 150 Netzwerke für die Hälfte des Datenverkehrs verantwortlich - dabei waren es noch 2007 laut Labovitz noch mehrere Tausend.

"Zu sagen, dass sich das Internet in den letzten fünf Jahren dramatisch verändert hat, wäre klischeehaft - das Internet durchläuft immer dramatische Veränderungen. Aber in den letzten fünf Jahren haben wir einen ähnlich dramatischen Wandel im grundlegenden Internet-Business beobachtet", sagt Labovitz. Denn heute wird die Mehrheit des Traffic-Volumens direkt zwischen Contentanbietern, Rechenzentren, CDNs und Consumer-Netzwerken ausgetauscht, so das Ergebnis der Analyse. Damit haben große Tier-1-Betreiber wie AT&T, NTT oder TeliaSonera, einst Rückgrat des internationalen Datenverkehrs, als solches an Bedeutung verloren haben. Als Konsequenz setzen sie großteils auf breitere Geschäftsmodelle und bieten beispielsweise selbst Cloud Services und Content Hosting an.

Die Grundlage für die Analyse bilden über zwei Jahre gesammelte Traffic-Statistiken aus 110 Netzwerken. Beim Monitoring wurden zeitweise über zwölf Terabit pro Sekunde erfasst. Das Ergebnis dürfte Arbor Networks zufolge die größte Studie des globalen Internetverkehrs seit dem Start des kommerziellen Internets Mitte der 1990er sein.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.arbornetworks.com
http://www.umich.edu
http://www.merit.edu

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