Anzeige
Der Einsatz von virtueller Realität erlaubt es Forschern Experimente durchzuführen, die in der Realität unethisch oder schlicht unmöglich wären. Das dabei die Grenzen des Machbaren noch lange nicht ausgelotet sind, zeigen nun spanische Wissenschaftler.
Sie haben mittels virtueller Realität Menschen in die Rolle anderer versetzt und damit ihre Wahrnehmung deutlich verändert. Sie ließen Männer durch die Augen eines jungen Mädchens sehen, dem körperliche Gewalt angetan wird. Die Männer waren von dem Erlebten weitaus betroffener als sonst und fühlten sich danach selbst ängstlich und unsicher. Die Technik könnte in Zukunft dafür eingesetzt werden, Täter die Auswirkungen ihres Handelns virtuell nacherleben zu lassen.
"Auf empathische Weise könnten wir lernen, wie es ist das Opfer von Rassismus zu sein", so Forschungsleiter Mel Slater von der Universität Barcelona http://ub.edu . "Oder verstehen, wie es ist unterschiedliche Formen von Missbrauch zu erleben. Vor allem die Täter könnten dadurch lernen, welchen psychischen Schaden sie bei ihren Opfern anrichten." Im Rahmen des Experiments sahen Männer einen virtuellen Raum und eine Frau, die ihren Arm streichelt. Ein Blick in den Spiegel zeigt das Bild eines jungen Mädchens. Daraufhin wechselt die Perspektive und die Versuchspersonen erleben als Außenstehender mit, wie die Frau das Mädchen zweimal schlägt.
Das Experiment hat ergeben, dass sich Männer betroffener fühlen, als wenn sich dieses Ereignis in der Realität unter anderen Umständen abgespielt hätte. Für die Wirkung des virtuell Erlebten ist die visuelle Qualität übrigens nicht entscheidend, so Slater. "Viel wichtiger ist, dass die virtuelle Realität so reagiert, wie man es erwartet."
Auch andere ethische Grenzen werden anhand virtueller Realität neu gesetzt. In den frühen 60ern sorgte das sogenannte Milgram-Experiment für Aufregung. In dem Versuch sollte erforscht werden, wie Menschen mit Autorität umgehen. Sie konnten anderen Menschen mittels Knopfdruck Stromstößen aussetzen. Zwar waren diese nur Schauspieler, trotzdem wurden die Experimente später als unethisch kritisiert. Slater stellte den Versuch nun virtuell nach: Die Versuchspersonen reagierten zwar in geringerem Ausmaß, aber dennoch mit erhöhtem Stress - obwohl sie lediglich virtuelle Personen mit einem Stromstoß bestraften.
Georg Eckelsberger | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: ub.edu
Weitere Berichte zu: Milgram-Experiment > Virtuelle Realität > visuelle Qualität
Roboterfisch bekämpft Wasserverschmutzung
23.05.2012 | BMT Group Ltd
Mit Laserstrahlen gegen Unkraut
15.05.2012 | Leibniz Universität Hannover
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten