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Wissenschaftler des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Fisiologia Clinica haben in Zusammenarbeit mit Forscherkollegen der Scuola Superiore Sant'Anna und der Universität von Pisa die Zusammenhänge zwischen Stress und Schlafqualität untersucht. Während einer simulierten Mars-Mission wurden die Daten von sechs Astronauten gesammelt und mit Hilfe innovativer Messmethoden ausgewertet.
"Dass der Einflussfaktor Stress signifikante Auswirkungen auf die Schlafqualität und -quantität hat, ist schon seit längerem bekannt", so der Leiter des multidisziplinären "Centro Extreme" Remo Bedini. Neu hingegen sei die Beobachtung, dass die Sleep Slow Oscillation (SSO) ein spezifisches Angriffsziel für das Steroidhormon Cortisol darstellt. "Durch den in Pisa entwickelten Algorithmus können nunmehr neue Möglichkeiten zu individuellen Tauglichkeitsprüfungen für Einsätze unter Extrembedingungen erschlossen werden." Anhand persönlicher Risikoprofile, so der italienische Forscher weiter, könne zudem ein wichtiger Beitrag zur prädiktiven Medizin geleistet werden.
Vorbereitung auf Lanzeitmissionen
Die von den Italienern ausgewerteten Daten waren anlässlich des im vergangenen Sommer an der Wissenschaftsakademie in Moskau durchgeführten Forschungsprojektes "Mars 500" gewonnen worden. Bei dieser Gelegenheit waren die sechs Raumfahrer mehr als hundert Tage lang in einem speziellen Flugsimulator den gleichen Bedingungen ausgesetzt worden, wie sie anlässlich der im Jahre 2020 geplanten Marslandung erwartet werden. Bedinis Ansicht nach ist dieser ein ideales Experimentierfeld für weitere Tests, die das multidisziplinäre Team künftig an stark exponierten Berufsgruppen wie Feuerwehrleuten, Soldaten und Zivilschutzhelfern durchführen will.
Die Ergebnisse der vom Centro Extreme durchgeführten Untersuchung sind auf der jüngsten "Conference on biomedical issues on long lasting manned mission" in der Scuola Sant'Anna in Pisa vorgestellt worden. An der Veranstaltung haben Vertreter der amerikanischen, der europäischen und der russischen Weltraumbehörde teilgenommen.
Harald Jung | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.ifc.cnr.it
www.ssspup.it
www.unipi.it
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