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Bakterien, die grün zu leuchten beginnen, wenn sie mit Sprengstoff in Berührung kommen, könnten eine einfache und kostengünstige Methode sein, um vergrabene Landminen aufzuspüren. Wissenschaftler der Universität von Edinburgh arbeiten an einer solchen Lösung. Mit Hilfe des sogenannten BioBricking, bei dem DNA von Bakterien umgebaut wird, ist das möglich. Landminen fordern jährlich tausende Verletzte und Tote.
Die Bakterien sollen in eine farblose Lösung eingebracht werden, die grüne Leuchtflecken bildet, wenn sie in die Nähe von Sprengstoffen kommt. Nach Angaben der Forscher könnte die Lösung auch vom Flugzeug aus auf den Boden gesprüht werden. Einige Stunden danach würde man jene Stellen sehen, an denen Sprengstoff versteckt ist.
Landminen und Blindgänger-Detektion schützt Menschenleben
"Der Antiminensensor ist ein gutes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Innovation einer breiten Bevölkerung dienen kann", so Alistair Elfick von der School of Engineering, der das von Studenten ins Leben gerufene Projekt leitet. Zudem zeige das System auch, wie man mit neuen wissenschaftlichen Technologien Moleküle für spezielle Einsatzmöglichkeiten umbauen könne.
"Es gibt immer wieder verschiedene Bemühungen, Landminen und andere Blindgänger zu detektieren und dadurch Menschen zu schützen", meint Thomas Küchenmeister, Direktor des Aktionsbündnis Landmine.de, im pressetext-Interview. Bisher habe man Versuche mit Ratten, Hunden, Insekten und sogar farbveränderten Pflanzen unternommen. "Jedes dieser Systeme hat Vor- und Nachteile", erklärt Küchenmeister.
Wesentlich sei für das Aufspüren der Minen, dass das System einfach, zuverlässig und kostengünstig ist und dass das Land danach wirtschaftlich genutzt werden kann, betont der Experte. Ein Gütesiegel für ein bestimmtes Detektionssystem könne er, Küchenmeister, derzeit nicht geben.
Mindestens 75.000 Opfer in zehn Jahren
"Im jüngsten Zehn-Jahres-Bericht des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen (Ottawa-Konvention) wurde die Zahl der Opfer aus Landminen und Blindgängern mit mindestens 75.000 angegeben. Dabei handelt es sich nur um jene Verletzten und Toten, die registriert wurden", so Küchenmeister. Die Dunkelziffer liege weit darüber. Die britische Organisation Handicap International geht von einer jährlichen Opferzahl von 15.000 und 20.000 aus. Mehr als 100 Staaten sind davon betroffen.
"In den vergangenen zehn Jahren wurden 44 Mio. Minen in den Depots zerstört", erklärt der Experte. Griechenland und die Türkei haben sich bis jetzt ohne Sanktionen geweigert, ihre Personenminen-Depots zu räumen. "Allein in der Türkei gibt es mehr als eine Mio. Antipersonen-Minen in Lagern", erklärt Küchenmeister. Die Zahl der Länder, die das Abkommen ratifiziert haben, ist auf 156 gestiegen. Die große Mehrheit davon hat, wie vom Vertrag vorgegeben, große Gebiete von Minen geräumt und wieder nutzbar gemacht.
"39 Staaten - zwei davon haben den Vertrag zwar unterschrieben, ihn jedoch noch nicht ratifiziert - weigern sich nach wie vor dem Verbotsvertrag beizutreten. Dazu gehören die USA, Russland, China, Pakistan sowie Indien und Israel", erklärt Küchenmeister. "Leider verstoßen sogar einige wenige Vertragsstaaten bewusst gegen die Vorschriften des Abkommens."
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.ed.ac.uk
www.landmine.de
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