Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Kamera imitiert menschliches Auge

25.10.2011
Flexibler Ring verformt Gel-Linse

Anzeige


Linse: Entwicklung imitiert menschliches Auge (Foto: Panasonic)

Die "Skandinavische Stiftung für Industrie- und Elektronikforschung" (SINTEF)hat in Kooperation mit den norwegischen Optikspezialisten von PoLight eine Kameralinse entwickelt, die das Funktionsprinzip des menschlichen Auges imitiert. Statt die verschiedenen Elemente der Optik hin- und herzu bewegen, wie es bei herkömmlichen Objektiven geschieht, wird eine Gel-Linse verformt, um den Kamerafokus zu verändern.

Vierschichtiges Sandwich

Das fertige Produkt, das sich in Sachen Größe gut für dein Einbau in Geräte wie Smartphones eignet, hat einen Durchmesser von gerade einmal einen halben Milimeter bei 3,5 Milimeter Länge. Es besteht insgesamt aus vier verschiedenen Komponenten, die aufeinander liegen.

Die äußere Schicht besteht aus Blei-Zirkonat-Titanat, das die Funktion des "Augenmuskels" übernimmt. Darunter verbirgt sich eine dünne Glasmembran, die als flexible Linse arbeitet. Als Polster für diese fungiert die dritte Ebene aus synthetischem, durchsichtigem Gummi. Gestützt wird die ganze Konstruktion abermals von Glas.

Schneller und sparsamer

Der äußere Film reagiert piezoelektrisch auf Stromimpulse. Abhängig von der Energiezufuhr wölbt er sich nach außen und verformt damit die innen liegende Glasschicht. Abhängig vom Neigungsgrad ermöglicht dies die Erreichung unterschiedlicher Fokalpunkte in kürzester Zeit.

"Die Linse verändert nur die Form, man muss keine schweren Teile mehr hin- und herbewegen", erklärt Dag Wang, einer der am Projekt beteiligten Forscher. "Sie kann einen kompletten Autofokus-Zyklus in nur 80 Millisekunden durchlaufen." Konventionelle Konstruktionen benötigen dafür eine halbe Sekunde, die neuartige Linsentechnik reduziert die Reaktionszeit damit auf weniger als ein Sechstel.
Die Kontraktion des äußeren Films benötigt zudem nur ein Hunderstel der Energie, die für das Verschieben normaler Linsenelemente aufgebracht werden muss - was sich positiv auf die Batterielaufzeit elektronischer Geräte auswirkt.

Reges Interesse der Industrie

Die Entwicklung stellt den vorläufigen Höhepunkt der seit sechs Jahren laufenden Forschungsarbeit dar. Sie wurde auf dem Mobile World Congress 2011 in Barcelona vergangenen Februar als Bestandteil eines Mobiltelefons präsentiert.
"Das Interesse war aufgrund der guten Qualität der aufgenommenen Bilder sehr groß. Wir befinden uns nun mit mehreren großen Smartphone-Herstellern und Zulieferern in Verhandlung und hoffen, bis Ende des Jahres zum Vertragsabschluss zu kommen", so Jon Ulvenson, geschäftsführender Direktor von PoLight.

Georg Pichler | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: www.sintef.no
www.polight.no

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Roboterfisch bekämpft Wasserverschmutzung
23.05.2012 | BMT Group Ltd

nachricht Mit Laserstrahlen gegen Unkraut
15.05.2012 | Leibniz Universität Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp