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Großer Erfolg für interdisziplinäre Afrika-Forschung - DFG bewilligt über 2 Mio Euro

18.01.2010
Eine Forschergruppe und ein langfristig gesichertes Projekt, die den interdisziplinären Mensch-Umwelt Schwerpunkt der Universität verstärken werden, wurde der Universität zu Köln soeben von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt. In der ersten Phase erfolgt eine Förderung von ca. 2,3 Mio Euro.

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Das von den Professoren Dr. Michael Schnegg und Dr. Michael Bollig geleitete ethnologische Langfristprojekt geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen es Gemeinden im ländlichen Namibia gelingt, Wasser nachhaltig zu nutzen und gerecht zu verteilen.


Neben den lokalen Rahmenbedingungen wird dabei insbesondere berücksichtigt, welchen Einfluss global ausgehandelte Vorstellungen von 'Naturschutz' und 'Gerechtigkeit' auf die Entstehung von lokalen Regeln und Institutionen haben und wie sich die zunehmende Vernetzung ländlicher und urbaner Lebenswelten auf Erfolg und Misserfolg des Ressourcenmanagement auswirken.

In dem interdisziplinären Projekt sollen an ausgewählten Standorten Kenias und Südafrikas Umbruchprozesse in sozial-ökologischen Systemen untersucht werden. Globalisierung, gewaltsame Konflikte und intensivierte Nutzung führen in Teilen Südafrikas und Kenias zu krisenhaften Entwicklungen ökologischer Kreisläufe und sozialer und ökonomischer Organisation, stellen aber auch den Rahmen für innovative Auseinandersetzungen mit ökologischen und sozio-ökonomischen Problemstellungen. Die Forschergruppe wird Ursachen, Prozessverläufe und Konsequenzen dieser Transformationsprozesse aus interdisziplinärer Perspektive untersuchen. Darüber hinaus wird die durch lokale, nationale und internationale Akteure vorangetriebene Reorganisation von Mensch-Umweltbeziehungen Gegenstand des Projektes sein. Die Forschergruppe zeichnet sich strukturell durch eine enge Verzahnung kultur- und naturwissenschaftlicher Ansätze, durch die intensive Einbeziehung afrikanischer Partner und die Integration des wissenschaftlichen Nachwuchses aus.

Inhaltlich innovativ ist der interdisziplinäre Fokus auf Umbruchsituationen in sozial-ökologischen Systemen, die Historisierung des Forschungsgegenstandes und die Konzentration auf wechselseitige Beeinflussungen ökologischer, sozialer und kultureller Dynamiken.

Das Verbundforschungsprojekt wird durch acht Teilprojekte gebildet, vier agrarwissenschaftliche Teilprojekte werden durch die Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn beigesteuert, drei durch die Philosophische Fakultät der Universität Köln, ein weiteres Teilprojekt wird gemeinsam von Wissenschaftlern der Universität Köln und Bonn getragen. Das disziplinäre Spektrum des Projektes reicht von den Bodenwissenschaften, über Pflanzenbau, Ökonomie, zu Geographie, Geschichte und Ethnologie. Die Sprecherschaft und Verwaltung des Projektes liegt bei der Universität Köln.

Bei Rückfragen: Prof. Dr. Michael Schnegg und
Prof. Dr. Michael Bollig
Institut für Ethnologie
Universität zu Köln
Tel: 0221-470-3515
mschnegg@uni-koeln.de
E-Mail: ringvorlesung@igke.de

Verantwortlich: Anneliese Odenthal

Anneliese Odenthal | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.igke.de
www.uni-koeln.de/

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