Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Künstliche Intelligenz revolutioniert Wettervorhersage

10.01.2007
Nowcasting und Validierung machen Flugverkehr noch sicherer

Anzeige

In einer Forschungskooperation des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien mit der Firma Sun Microsystems und dem Austro Control Flugwetterdienst wurde erstmals ein neuartiges Analyseverfahren entwickelt, das eine Kürzestfristvorhersage von Wetterlagen ermöglicht. "Da nicht überall Windmesser aufgestellt werden können und meteorologische Beobachtungsdaten somit sehr rasch an Aktualität verlieren, ermöglicht das neue Verfahren vor allem für die Luftfahrt Wettervorhersagen in Echtzeit", erklärt Markus Kerschbaum, Leiter der Entwicklungsabteilung der Flugmeteorologischen Abteilung der Austro Control, im Gespräch mit pressetext.


Meteorologische Beobachtungsdaten bringen immer dann den größten Nutzen, wenn diese möglichst ohne Zeitverzögerung für die Diagnose und kurzfristige Prognose der Wetterlagen zur Verfügung stehen. "Vor dieser Problemstellung entwickeln wir mit unseren Partnern derzeit ein System, das diese Mängel behebt und Datenlücken sinnvoll auffüllt, sich robust gegenüber Fehlern erweist und alle nötigen Informationen sofort verfügbar macht", meint der Experte. Die bereits seit einigen Jahren im Entwicklungsstadium befindliche Methode für Kürzestfristvorhersage (Nowcasting) und Modellüberprüfung (Validierung) namens "Vienna Enhanced Resolution Analysis" (VERA) basiert auf der Miteinbeziehung unterschiedlicher Untergrundprofile, durch die eine Beeinflussung der Atmosphäre hervorgerufen wird. "Das intelligent und äußerst präzise arbeitende System ermöglicht somit hochwertige meteorologische Analysen auch ohne, dass ein aufwendiges Prognosemodell erstellt wird", so Kerschbaum.

Folglich ergäben sich verschiedenste Anwendungsbereiche, die vor allem in Österreich als Gebirgsland für den Flugverkehr maßgebliche Bedeutung haben. Der Experte von Austro Control führt dazu aus, dass durch die geologischen Strukturmerkmale in den Tälern höhere Temperaturen und somit unterschiedliche Luftdruckverhältnisse herrschen, auf sich vor allem der (Gebirgs-)Flugbetrieb einzustellen hat. Im Detail veredelt das automatische System die Beobachtungsdaten mittels künstlicher Intelligenz und liefert qualitätskontrollierte Analysen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung in Echtzeit. Die Kürzestfristvorhersage sowie die Modellüberprüfung können daher noch schneller und mit größerer inhaltlicher Genauigkeit übermittelt werden.

Getestet wird das System bereits in der Praxis durch den Austro Control Flugwetterdienst, der für die Luftfahrt teilweise VERA-Produkte in Anspruch nimmt. Dies erscheint sinnvoll, da Kerschmann die Rentabilität der Entwicklungen in den Vordergrund rückt: "Schon eine Minute Verspätung eines Fliegers kostet die Fluggesellschaft rund 80 Euro, so dass sich das Produkt allein von dieser Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet mit Sicherheit auszahlen wird." In der auf vorerst drei Jahre beschränkten Kooperation stellt Sun Microsystems mit seinen Servern und Workstations ein technisch hoch entwickeltes System zur Verfügung. Das von den drei Kooperationspartnern gegründete Center of Exellence für Meteorologische Analyse und Nowcasting (COE-MAN) soll in der vorgegebenen Projektdauer ein marktfähiges Software-Paket entwickeln.

Florian Fügemann | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.univie.ac.at/IMG-Wien
de.sun.com
www.austrocontrol.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Varianten fehlender Gesichtserkennung entdeckt
03.02.2012 | Birkbeck College der Universität London

nachricht Mehr als nur sauberes Wasser
03.02.2012 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Im Focus: Notunterkünfte für Katastrophengebiete


Eine Notunterkunft muss schnell verfügbar, kostengünstig, leicht zu transportieren und unkompliziert im Aufbau sein.

In der Katastrophenhilfe ist daher das Zelt die erste Wahl. Doch oft wird aus dem Provisorium ein Dauerzustand, der sich über Jahre erstrecken kann. Ziel des Projektes Architekturstudierender am KIT: ein Ansatz, der die Lebensbedingungen in solchen Zeltlagern verbessert. Mit der sechseckigen Konstruktion „x-tent.me“ entwickelten sie eine Übergangsform zwischen temporärer ...

Im Focus: Was Larven hungrig macht


Viele Insektenlarven fressen Pflanzen und richten so in der Landwirtschaft Schaden an. Wie wird das Fressverhalten der Larven gesteuert, welche Hormone sind daran beteiligt? Das untersuchen Wissenschaftler vom Biozentrum der Universität Würzburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ihr Projekt.

Ob ein Mensch Hunger spürt oder sich satt fühlt, wird durch ein komplexes Signalnetzwerk in seinem Organismus bestimmt. Daran beteiligt sind Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, Bauchspeicheldrüse und Fettzellen, wobei diese Akteure über so genannte Neuropeptide wie Orexin und über Peptidhormone wie Insulin oder Leptin miteinander kommunizieren. Peptide von diesem Typus spielen im ...

Im Focus: Getriebelose 6-Megawatt-Windturbine am Markt


Siemens hat eine getriebelose Windenergieanlage mit sechs Megawatt (MW) Leistung für den Offshore-Einsatz auf den Markt gebracht.

Windturbinen ohne Getriebe zeichnen sich durch ein robustes Design und ein geringes Gesamtgewicht aus. Diese Kombination senkt Infrastruktur-, Installations- und Wartungskosten und steigert die Energieausbeute und damit die Rentabilität über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Die Rotorblätter der SWT-6.0-Windturbine sind mit 75 Meter Länge die größten für 6-MW-Anlagen.

Sie basieren auf ...

Im Focus: Ultrahochspannung: Schalter für 1,2 Megavolt


Siemens hat den weltweit ersten Leistungsschalter entwickelt, der bei Spannungen von 1,2 Millionen Volt arbeitet.

Solche Ultrahochspannungen erhöhen die Übertragungskapazität von Stromleitungen und bieten so die Möglichkeit, auf relativ wenigen Trassen große Mengen elektrischer Energie zu transportieren.

Leistungsschalter werden in Umspannwerken eingesetzt, um einzelne Stromleitungen zu- oder abzuschalten. Der neue Schalter ist für eine Testinstallation im indischen Bina bestimmt. Indien setzt auf die Ultrahochspannungs-Technik, um seine ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Mit Hitze Daten speichern

07.02.2012 | Physik Astronomie

Sharp images from the living mouse brain

07.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Wir sind Übermorgenmacher

07.02.2012 | Architektur Bauwesen

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

Zuverlässig und sicher fahren mit alternativen Antrieben

07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

II. HHL-Energiekonferenz zu “Smart Cities“

07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

GI-VDE-Forum zum Thema IT-Sicherheit auf der CeBIT am 9. März 2012 ab 11:00 Uhr

07.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp