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AlterEgo: Virtueller Zwilling soll soziale Interaktion benachteiligter Menschen verbessern

29.01.2013
Schwierigkeiten im Sozialverhalten und der Interaktion mit anderen Menschen sind charakteristisch für soziale Pathologien wie Schizophrenie, Autismus und manische Ängste. Sowohl bei den Patienten als auch deren Mitmenschen verursacht das zumeist viel Leid.

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Interaktion mit einem humanioden Roboter

Im europäischen Forschungsprojekt „AlterEgo“ wird eine neuartige Rehabilitationsmethode zur Behandlung solcher Defizite unter der Verwendung virtueller Realität und humanoider Roboter erforscht.

Die Grundidee des Forschungsprojekts, an dem Wissenschaftler aus Frankreich, Deutschland, England und der Schweiz gemeinsam arbeiten, beruht auf einer neuen interdisziplinären Theorie im Bereich der Neuro- und Kognitionswissenschaften: der Theorie der Gleichartigkeit.

Diese Theorie besagt, dass es einfacher ist mit jemandem sozial zu interagieren, der einem ähnlich ist. Die Ähnlichkeit kann dabei auf der Form und dem Aussehen, dem Verhalten oder der Kinematik (Art der Bewegung) des Gegenübers beruhen.

Das Konzept von AlterEgo sieht vor, diese Ähnlichkeitsmerkmale in Echtzeit zu nachzuahmen. Zu Beginn sollen die Patienten mit einem virtuellen Charakter auf einem Bildschirm interagieren, später mit einem menschenähnlichen, “humanoiden” Roboter. Merkmale und Veränderungen des Verhaltens während der Interaktion werden dabei beobachtet und nach und nach auf den Avatar übertragen.

Die Patienten sollen so spielerisch zur Kommunikation mit Ihrem Gegenüber angeregt werden. Anhand von mehr oder weniger sozial neutralen, künstlichen Agenten soll die damit entwickelte neue Rehabilitationsmethode soll die Defizite betroffener Patienten verbessern und die Interaktion mit realen Personen erleichtern.

Um ein auf Ähnlichkeiten basierenden virtuellen Charakter zu kreieren, müssen die verschiedenen Merkmale der Patienten präzise erfasst werden. Der Forschungsbereich Erweiterte Realität des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern beschäftigt sich im Rahmen des Projektes daher mit Body-Scanning-Techniken welche das Aussehen registrieren. Des Weiteren kümmert sich das Team um Prof. Dr. Didier Stricker um die Erfassung der Bewegungen der Patienten anhand verschiedener Sensoren, sowie die Analyse der gesamten Szenerie.

AlterEgo ist eines von 17 ausgewählten Projekten unter 250 Einreichungen zum Aufruf der Europäischen Union – „ICT 2.9 Cognitive Sciences an Robotics“ im Jahr 2012. Die Leitung obliegt Prof. Benoit Bardy, Direktor des EuroMov Zentrums an der Universität Montpellier 1. Das Projekt läuft ab dem Frühjahr 2013 und wird während seiner dreijährigen Laufzeit mit 2,9 Millionen Euro gefördert. Weiter sind Mathematiker der Universität Bristol (UK), Robotiker der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (CH), sowie Pflegekräfte, Psychologen und Psychiater der Universität Montpellier beteiligt.

Kontakt:
Prof. Dr. Didier Stricker
Leiter Forschungsbereich Erweiterte Realität
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel: +49 (0)631 20575-3500
E-Mail : Didier.Stricker@dfki.de

Pressekontakt:
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Unternehmenskommunikation
Trippstadter Straße 122
67663 Kaiserslautern
Tel. : +49 (0)631 20575-1710
E-Mail: uk-kl@dfki.de

Unternehmenskommunikation | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: av.dfki.de/

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