Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Am Ziel angekommen - Roboter Obelix bewegt sich selbständig durch die Freiburger Innenstadt

22.08.2012
Bächle, Baustellen, Werbeschilder – Der Roboter Obelix bewegt sich selbständig durch die Freiburger Innenstadt

Einen Fußweg von einer Straße unterscheiden, unvorhergesehene Hindernisse wie Baustellen und Werbeschilder erkennen und nicht in die Freiburger Bächle fahren: Was für Menschen eine Selbstverständlichkeit ist, muss man einem Roboter erst einmal beibringen.


Fotograf: Emil Betzold

Gelungen ist das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des internationalen Forschungsprojekts European Robotic Pedestrian Assistant (EUROPA). Im Rahmen einer einzigartigen Demonstration startete am Dienstag, den 21. August 2012, ein Roboter an der Technischen Fakultät der Universität Freiburg. Mit seinen Sensoren ausgestattet, fand er selbständig den Weg zum etwa vier Kilometer entfernten Bertoldsbrunnen, mitten in der Fußgängerzone Freiburgs. Obelix, so der Spitzname des Roboters, scannt seine Umgebung zehnmal pro Sekunde, erstellt ein dreidimensionales Bild und unterscheidet so statische und bewegliche Hindernisse.

Fußgängerinnen und -gänger nimmt er zum Beispiel als bewegliche Objekte wahr. Er berechnet die Richtung, in die sich die Person bewegt, und kann durch Ausweichen reagieren. An einer schwierigen Stelle zeigte sich Obelix kurz verwirrt, als er seine Orientierung verloren hatte. Nach einem kleinen manuellen Eingriff konnte es dann aber planmäßig weitergehen.

„Es gab bisher noch keinen Roboter, der autonom in Innenstädten navigieren kann wie ein Fußgänger. Das Projekt eröffnet in der Zukunft neue Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise einen Roboter zum Einkaufen in die Apotheke zu schicken und Kurierdienste zu übernehmen. Besonders für Menschen mit Handicap können sich hier neue Perspektiven ergeben“, erklärt Prof. Dr. Wolfram Burgard, Leiter des Projekts EUROPA und Inhaber des Lehrstuhls für Autonome Intelligente Systeme am Institut für Informatik der Universität Freiburg.

Dem Volksmund zufolge sollen Touristinnen und Touristen aufmerksam durch die Stadt laufen, da diejenigen, die unbeabsichtigt in eines der Freiburger Bächle treten, eine Freiburgerin oder einen Freiburger heiraten werden. „Unser Roboter ist nicht in einem Bächle gelandet. Wir müssen ihm also keine Freiburger Roboterfrau bauen“, sagt Burgard scherzhaft nach der erfolgreich verlaufenen Demonstration.

An dem internationalen Forschungsprojekt EUROPA sind Informatikerinnen und Informatiker der Universität Freiburg, der ETH Zürich/Schweiz, der RWTH Aachen, der Universitäten Oxford/England und Leuven/Belgien sowie die Schweizer Firma Bluebotics beteiligt. Es wurde von der Europäischen Kommission innerhalb des 7. Rahmenprogramms mit 2,9 Millionen Euro gefördert.

Details zum Programm: http://europa.informatik.uni-freiburg.de/
Twitter: https://twitter.com/EuropaRobot
Kontakt:
Prof. Dr. Wolfram Burgard
Lehrstuhl Autonome Intelligente Systeme
Institut für Informatik
Tel.: 0761/203-8026, -8006
E-Mail: burgard@informatik.uni-freiburg.de
Natascha Thoma-Widmann
PR/Marketing-Referentin
Technische Fakultät
Tel: 0761/203-8056
Mobil: 0171/7616720
E-Mail: thoma-widmann@tf.uni-freiburg.de
Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg erreicht in allen Hochschulrankings Spitzenplätze. Forschung, Lehre und Weiterbildung wurden in Bundeswettbewerben prämiert. Mehr als 22.000 Studierende aus über 100 Nationen sind in 186 Studiengängen eingeschrieben. Etwa 5.000 Lehrkräfte sowie Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in der Verwaltung engagieren sich – und erleben, dass Familienfreundlichkeit, Gleichstellung und Umweltschutz hier ernst genommen werden.

Melanie Hübner | Uni Freiburg
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit