Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarzan, Tatort, Perry Rhodan: Göttinger Wissenschaftler erforschen Serien

12.05.2010
DFG fördert Projekt mit 1,85 Mio. Euro

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert interdisziplinäre Forschergruppe mit 1,85 Millionen Euro

In der Forschergruppe mit dem Titel „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ untersuchen 15 Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen einen Erzähltypus, der seit dem 19. Jahrhundert zu einem auffälligen Kulturmerkmal geworden ist: Fortsetzungsgeschichten mit festen Figuren, die mit kommerzieller Absicht für ein Massenpublikum hergestellt wurden – etwa Fernsehserien, Heftromane oder Comics.

Initiator und Sprecher der Forschergruppe ist der Amerikanist Prof. Dr. Frank Kelleter von der Universität Göttingen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt zunächst drei Jahre lang mit insgesamt 1,85 Millionen Euro. Unter den neun jetzt neu bewilligten Forschergruppen ist die Göttinger Gruppe als einzige in den Geisteswissenschaften angesiedelt. Die Universität Göttingen war außerdem als einzige niedersächsische Hochschule mit einem solchen Verbundprojekt erfolgreich.

Die Wissenschaftler der Forschergruppe wollen untersuchen, wie sich die starke Verbreitung und Popularität von Serien seit dem 19. Jahrhundert erklären lässt und welche neuen Erzählformate durch die Serialisierung geschaffen wurden. Offene Fragen gibt es dabei noch viele: Wie beeinflussen Serien unsere Wahrnehmung sozialer Realität? Wie strukturieren Serienerzählungen unser Alltagsleben? Welche Wandlungen durchlaufen Serienhelden wie Tarzan oder Superman, wenn sie in andere Medien wie den Rundfunk oder das Kino übertragen werden? Wie kommt es, dass bei lang laufenden Serien wie beispielsweise Batman oder Spiderman die Übergänge zwischen Produzenten und Konsumenten, zwischen Autoren und Lesern immer fließender werden? Welche Bedeutung haben zunehmend komplexe Fernsehserien wie The Sopranos oder The Wire für die gegenwärtige Kultur in den USA? Wie integrieren deutsche Zuschauer Angebote wie den Tatort in ihren Alltag – und welche Erzählverfahren hat die föderale Krimireihe seit ihrer Entstehung vor 40 Jahren entwickelt? Wie geht die Deutsche Nationalbibliothek mit schwer archivierbaren Serien wie Perry Rhodan um – und wie sammeln Fans Serienhefte?

Die Beantwortung dieser Fragen soll Aufschluss geben über die Rolle der seriellen Populärkultur in der Entwicklung moderner Medien und moderner Erzählformate insgesamt. Ziel der Forschergruppe ist es, den Zusammenhang von Populärkultur und seriellem Erzählen zu beleuchten und die Analyse ästhetischer Merkmale von Serien mit der Untersuchung der jeweiligen Nutzungsform der Leser oder Zuschauer zu verbinden. Neben der Universität Göttingen sind die Leibniz Universität Hannover, die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Universität Karlsruhe beteiligt. Das Projekt ist interdisziplinär ausgerichtet, die forschenden Wissenschaftler stammen aus den Fächern Amerikanistik, Germanistik, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, empirische Kulturwissenschaft und den Medienwissenschaften.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Frank Kelleter
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät
Seminar für Englische Philologie
Abteilung Nordamerikastudien
Käte-Hamburger-Weg 3, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-7586, Fax (0551) 39-3666
E-Mail: fkellet@gwdg.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de
http://www.amstud.uni-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten