Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Standard-Leistungstests für Rettungs-Roboter

26.11.2008
Vereinheitlichung soll reproduzierbare Bewertung ermöglichen

Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST)strebt eine standardisierte Suite von Leistungstests für Rettungs-Roboter an.

Damit will das NIST eine international reproduzierbare Bewertung der Fähigkeiten von Robotern ermöglichen, die Ersthelfer bei Notfall- und Katastropheneinsätzen beispielsweise in eingestürzten Gebäuden unterstützen. Zur Entwicklung solcher Standards hat das NIST vor kurzem in Texas eine Übung mir rund drei Dutzend Robotern durchgeführt. Allerdings könnte das Ziel einer Standardisierung gerade aufgrund des großen Potenzials von Rettungs-Robotern noch schwer zu erreichen sein.

"Es ist eine Herausforderung, Teststandards zu entwickeln, da die Roboter sich noch weiterentwickeln", sagt Elena Messina, NIST Acting Chief Intelligent Systems Division. Üblicherweise würden Standards für bereits gebräuchliche Produkte definiert. "Das Entwicklungspotenzial ist gerade im Bereich 'Rescue Robots' noch sehr groß", meint auch Bärbel Mertsching, Leiterin des GET Lab an der Universität Paderborn, im Gespräch mit pressetext. Die Wissenschaftlerin, ist allerdings skeptisch, ob die Zeit schon reif für Standards ist. Allerdings begrüßt sie die Bemühungen des NIST, das auch an der Organisation von Rescue-Robot-Wettbewerben im Rahmen des RoboCup beteiligt ist. "Die Wettbewerbe sind aber von realen Szenarien noch relativ weit entfernt", meint Mertsching.

Schwierig für die Schaffung von Standards ist nicht zuletzt die große Bandbreite der Katastrophenszenarien für Rettungs-Roboter. Sie unterstützen Ersthelfer beispielsweise dadurch, dass sie teilweise eingestürzte Gebäude auf der Suche nach Personen erkunden oder nach giftigen Chemikalien suchen. In realen Einsätzen könnten Umweltbedingungen bestimmte Systeme sehr stark beeinflussen. "Es ist in unseren Breiten sicher leichter, Menschen mit Thermosensoren aufzufinden als in warmen, äquatorialen Regionen", nennt Mertsching ein Beispiel.

Dass das NIST trotz der gerade aus der Vielseitigkeit und dem Potenzial der Systeme entstehenden Hürden an Standard-Tests für Rettungsroboter interessiert ist, ist leicht erklärt. "Es ist wichtig, dass Entwickler Ergebnisse vergleichen können - was ohne reproduzierbare Testumgebungen nicht möglich ist", betont Messina. Mit einem reproduzierbaren schwierigen Gelände dagegen könnten beispielsweise US-Forscher genau verstehen, was ein Roboter bei Tests in Japan wirklich geleistet hat. Die texanische Übung hat unter anderem Tests für die Batteriekapazität, die Mobilität von Robotern sowie die Qualität von Roboter-generierten Geländekarten umfasst. Kommunikations- und Manipulatoren-Tests, die im Rahmen der Übung durchgeführt und besprochen wurden, sollen der internationalen Standardisierungsorganisation ASTM International http://www.astm.org als möglicher Teststandard für Rettungs-Roboter vorgelegt werden.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nist.gov
http://getwww.uni-paderborn.de
http://www.robocup.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie