Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siegener Wissenschaftler sagen dem Bahn-Quietschen den Kampf an

22.08.2014

Das NRW-Innovationsministerium unterstützt den Aufbau des Forschungsbereichs Schienen-fahrzeugtechnik an der Universität Siegen mit knapp 1 Mill. Euro.

Die Schienenfahrzeugtechnik hat auch Forscher aus den Bereichen Sensorik, Werkstofftechnik und Maschinenbau der Universität Siegen in ihren Bann gezogen.


Unser Bild zeigt (v.l.): Prof. Dr.-Ing. Claus-Peter Fritzen, Henning Jung und den Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Siegen, Prof. Dr.-Ing. Peter Haring-Bolίvar.

Ihr Know-how war bereits gewichtiger Entscheidungsfaktor für die Ansiedlung des neuen Drehgestell-Technikzentrums von Bombardier in Hochschulnähe. Die Universität Siegen ist für den internationalen Großkonzern zum wichtigen Partner bei der Entwicklung zukunftsträchtiger Drehgestelle (Bogies) geworden.

Auf dem Weg hin zur Untermauerung des Forschungsbereichs Schienenfahrzeugtechnik verbuchte die Universität Siegen nun einen weiteren Erfolg – rund 1 Mill. Euro bewilligte das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW für die „Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Errichtung einer Testinfrastruktur für die zukunftsorientierte Forschung an Eisenbahndrehgestellen“.

Prorektor Prof. Dr.-Ing Peter Haring-Bolίvar: „Unser Dank gilt dem Ministerium, das uns unterstützt, unsere Kompetenz und Infrastruktur in diesem Bereich auszubauen.“ Für die Siegener Wissenschaftler – darunter auch Prof. Dr.-Ing. Claus-Peter Fritzen (Lehrstuhl für Technische Mechanik / Labor für experimentelle Mechanik) und seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter Henning Jung – ist die interdisziplinäre und vernetzte Forschung besonders interessant. Fritzen: „Das Spektrum reicht von der Werkstofffrage über die Sensorik bis hin zu Design- und Akustikfragen.“

Phase 1 läuft nun an. Die Voraussetzungen für die Forschungsarbeiten werden mit dem Geld des Ministeriums und einem Eigenanteil der Universität Siegen (rund 111.000 Euro) geschaffen. Jung: „Wir haben nun die Möglichkeit zu untersuchen, wie ein moderner Prüfstand zur Entwicklung leiser und ressourcenschonender Züge genau gestaltet werden muss.“

Der soll einmal in einer Halle an der Breite Straße in Siegen-Weidenau installiert werden. Ziel ist die Entwicklung „intelligenter“ Bogies für Straßenbahnen wie auch Züge. Sensornetzwerke sollen künftig permanent die Drehgestelle überwachen und entsprechende Daten zur Bewertung ihres Zustands liefern. Zudem haben die Wissenschaftler sich vorgenommen, Schienenprofil und Radprofil so zu designen, dass sie in Belastungssituationen keinen Lärm erzeugen.

Haring-Bolίvar zum Forschungsbereich Schienenfahrzeugtechnik: „Lärmreduzierung, eine Verminderung der Vibration sowie eine Optimierung der Wartungszeiten durch den Einsatz von SHM-Systemen (Structural-Health-Monitoring) sind die Forschungsthemen, die wir an der Universität Siegen nun intensiv angehen werden.“

Zum Hintergrund: Straßenbahnfahrten sind für Passagiere geradezu idyllisch. Ohne Stau und Abgase geht es sicher und zügig durch Innenstädte und Vororte. Obwohl seitens der Zughersteller und -betreiber bereits umfangreiche Maßnahmen zur Reduktion von Geräuschemissionen und Vibrationen eingeführt wurden, gibt es noch ein erhebliches Forschungs- und Entwicklungspotenzial.

Denn durch Bahnen verursachter Lärm und Vibrationen gehen an die Nerven der Anwohner und an die Substanz von Gebäuden. Dreh- und Angelpunkt für diese Problematik sind im wahrsten Sinne des Wortes Bogies. Die Eisenbahndrehgestelle gelten als Herzstücke der Schienenfahrzeuge.

Sie bilden die Verbindung zwischen dem Gleis als Spurführung einerseits und dem Wagenkasten zum Transport von Personen und Gütern andererseits und haben einen direkten Einfluss auf die Fahrdynamik, Sicherheit und die Geräuschentwicklung von Zügen. Hinzu kommt:

Auf die Drehgestelle wirken auch hohe Belastungen. Materialverschleiß ist die Folge. Häufige Wartungen gehen ins Geld. Structural-Health-Monitoring (SHM) mithilfe von Sensoren könnte die Lösung sein, ständig einen „Blick“ auf den Zustand der Bogies zu haben, Reparaturbedarf frühzeitig zu erkennen und die Wartungszyklen zu optimieren.

Katja Knoche | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie