Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit sicherem Blick Katastrophen verhindern

15.02.2011
Erste deutsch-amerikanische Zusammenarbeit in der Sicherheitsforschung startet / Visuelle Darstellungen warnen vor Gefahren / Schütte: "Neue Art der Kooperation"

Zum ersten Mal wird es ein deutsch-amerikanisches Verbundprojekt in der Sicherheitsforschung geben: Unter dem Titel VASA startet nun ein Vorhaben, welches vom Department of Homeland Security (DHS) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen auf den Weg gebracht wird.

VASA steht dabei für "Visual Analytics for Security Applications". Entwickelt werden soll eine IT-Lösung, die Einsatzverantwortliche in die Lage versetzen soll, in kurzer Zeit komplexe Krisensituationen zu verstehen, zu bewerten und zu beheben. "Verkehrsnetze, Energieversorgungs- oder Kommunikationsnetzwerke sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden", betonte Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, in Berlin.

"Um in kritischen Situationen richtig reagieren zu können, müssen große Mengen an Informationen in kurzer Zeit durch den Menschen erfasst und verarbeitet werden. Hieran arbeiten die Wissenschaftler im deutsch-amerikanischen Vorhaben." Ziel ist es, Methoden u! nd Verfahren der "Visual Analytics" für Katastrophenvorsorge und Krisenmanagement zu nutzen.

Die neue Disziplin "Visual Analytics" verbindet die automatische Datenanalyse mit neuartigen Techniken zur Visualisierung. So lassen sich die unterschiedlichen Fähigkeiten von Computer und Mensch optimal nutzen: Der Rechner ist zuständig für die Abarbeitung großer Datenmengen und deren Verwandlung in eine für den Menschen erfassbare optische Darstellung. Der Nutzer kann sich darauf konzentrieren, Muster zu erkennen sowie die betrachteten Daten zu bewerten. Visuelle Darstellungen können zum Beispiel Auffälligkeiten in Strom- oder Kommunikationsnetzen sichtbar machen.

"Unser Ziel ist es, Instabilitäten in Infrastrukturnetzen im Vorfeld zu erkennen, um optimal zu reagieren. Das heißt: Im besten Fall wird es gar nicht erst zu Katastrophen kommen. Dafür entwickelt das Forschungsprojekt VASA innovative Lösungen und bündelt deutsche und amerikanische Exzellenz im Gebiet der Visual Analytics", sagte Schütte. Dies ist das erste Mal, dass auf diesem Themengebiet Industrie und Sicherheitsbehörden in einem deutsch-amerikanischen Verbundprojekt zusammenarbeiten.

Das Projekt steht unter Federführung der Universität Konstanz und des Visual Analytics for Command, Control, and Interoperability Environments Center (VACCINE, West Lafayette, USA) Es forschen insgesamt zwölf Partner unter Beteiligung von Industrie, Katastrophenschutz und Stromnetzbetreibern. Basis für die Kooperation ist das deutsch-amerikanische "Regierungsabkommen über die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Sicherheit", das im Jahr 2009 unterzeichnet wurde. Deutschland und die USA wollen jeweils ca. vier Millionen Euro in das VASA-Projekt investieren. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.sicherheitsforschungsprogramm.de
oder
Dr. Thorsten Fischer
Projektträger Sicherheitsforschung
VDI Technologiezentrum GmbH
Tel.: 0211/6214-628
E-Mail: fischer_t@vdi.de

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.sicherheitsforschungsprogramm.de
http://www.bmbf.de/press/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht SeaArt-Projekt startet mit Feldversuchen an Nord- und Ostsee
18.11.2016 | Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie