Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Segelnder Roboter trainiert für Atlantiküberfahrt

25.08.2008
Vollautomatisches Segelboot tauglich für Meeresforschung

Die Überquerung des Atlantiks mit einem unbemannten Segelboot ist das Ziel der Roboat-Teams der österreichischen Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften. In Kroatien testeten die Techniker ihr Boot, die ASV Roboat, in den vergangenen Wochen auf Hochseetauglichkeit.

"Im Meer können wir all das testen, was wir auf der Donau oder am Neusiedlersee nicht überprüfen können", erklärt Projektleiter Robert Stelzer im Gespräch mit pressetext. So ging es am Mittelmeer hauptsächlich darum, die Robustheit des Bootes bei starkem Wind sowie die Salzwasserfestigkeit der Komponenten im Hinblick auf die sechs bis acht Wochen dauernde Reise über den Atlantik zu testen.

Die ASV Roboat ist ein Segelboot, das jedes beliebige Ziel ohne menschliches Zutun ansteuert. Lediglich die Zielkoordinaten müssen eingegeben werden. Die optimale Route wird anhand von Wetterdaten berechnet und laufend adaptiert. Selbst die Segel werden vom Boot selbst getrimmt, Wende und Halse führt der Bordcomputer vollautomatisch aus. Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Testwoche war die Prüfung des Energiekonzepts, das die Forscher einem Langzeittest unterzogen haben. Mit Strom wird das Boot durch ein hybrides System aus Photovoltaik sowie einer Brennstoffzelle versorgt. Die Direkt-Methanol-Brennstoffzelle dient dabei als Notfallsystem und lädt die Batterien der ASV Roboat immer dann auf, wenn die Solarzellen nicht genügend Energie liefern. Grundsätzlich ist das System jedoch so konzipiert, dass es mit Sonnenenergie allein auskommt und somit energietechnisch vollkommend autark ist, betont Stelzer.

Ende 2005 begannen die Techniker mit der Konstruktion ihres Bootes, wobei das aktuelle bereits die zweite Generation ist. Die Atlantiküberquerung "Microtransat" ist für 2009 geplant. Die Regatta für vollautomatische Segelboote mit einer Länge von maximal vier Metern hat zum Ziel, die technologische Entwicklung in einem freundschaftlichen Wettbewerb voranzutreiben. Die Österreicher rechnen sich dabei gute Chancen aus, zumal die Microtransat-Vorläufe 2006 sowie 2007 gewonnen und der Weltmeistertitel 2008 geholt werden konnte. "Die Stärke unsere Bootes ist das Segeln. Wir haben als Informatiker das Segeln sehr gut am Computer abbilden können und somit eine hohe Systemintelligenz bei ASV Roboat erreicht. Hier sind wir der Konkurrenz sicherlich um einiges voraus", meint Stelzer.

Die Technik eignet sich jedoch nicht nur für sportliche Wettkämpfe, sondern findet natürlich auch in anderen Bereichen Einsatzmöglichkeiten. Die Segeltechnologie kann beispielsweise als Sicherheitssystem auf Schiffen eingesetzt werden. In Gefahrensituationen könnte der Computer dem Skipper helfen, das Boot wieder unter Kontrolle zu bringen. Mithilfe von Segelbooten kann des Weiteren eine CO2-neutrale Frachtbeförderung über die Weltmeere umgesetzt werden, wobei das Schiff nicht einmal bemannt sein muss. Als Versorgungsschiff könnte es zudem abgelegene Regionen mit geringer Einwohnerzahl mit Lebensmitteln und Medikamenten beliefern.

Eine offensichtliche Verwendung in naher Zukunft sieht Stelzer jedoch für Forschungszwecke. "Vollautomatische Segelroboter können als Alternative für Sensorbojen eingesetzt werden. Die Bojen haben den Nachteil, dass sie ausgesetzt, verankert, gewartet und zuletzt wieder eingeholt werden müssen. Zudem treiben sie oft ab, wenn eine Verankerung im Boden nicht möglich ist", erläutert Stelzer. Ein Roboat kann von Land aus befehligt werden. Es segelt zu den angegebenen Koordinaten, sammelt Daten und Proben und bringt sie automatisch zum Heimathafen zurück. Im Fall der Notwendigkeit einer Wartung entscheidet das System selbst, den nächsten Hafen anzusteuern, sagt Stelzer. Sollten sich die Zielkoordinaten ändern, so können die neuen Daten dem System jederzeit über Satellitenkommunikation übermittelt werden.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.innoc.at
http://www.roboat.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie