Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter "Athlete" sprintet wie Menschen

15.12.2010
Japanische Forscher setzen auf künstliche Oberschenkelmuskulatur

Ingenieure an der Universität Tokio arbeiten mit "Athlete" an einem Roboter, der so dynamisch wie menschliche Sprinter läuft. Statt auf motorgetriebene Gelenke setzt das Team um Ryuma Niiyama auf einen Nachbau des menschlichen Bewegungsapparates. Die Forscher haben eine künstliche Oberschenkelmuskulatur umgesetzt und nutzen ein federndes Unterschenkelelement.


\\\"Athlete\\\": Roboter läuft mit menschlichem Bewegungsapparat (Foto: Ryuma Niiyama)

Dabei macht sich das Team zunutze, dass das menschliche Bein federnde Bewegungen ausführt. Zudem war der südafrikanische Behindertensportler Oscar Pistorius eine wichtige Inspiration, so Niiyama gegenüber IEE Spectrum. Denn der als "Blade Runner" bekannte Sprinter nutzt zwei Unterschenkel-Laufprothesen, denen das untere Roboterbein stark ähnelt.

Menschliche Beine

Die meisten gehenden Roboter haben starre Beine und laufen, indem sie mit Motoren die Stellung ihrer Gelenke ändern. Das Ergebnis ist zwangsweise ein robotischer Gang, denn bei Menschen und Tieren sind Muskeln und Sehnen für die Bewegung verantwortlich. Das japanische Team hat daher ein System aus sechs pneumatischen Aktuatoren gebaut, die verschiedenen Oberschenkelmuskeln wie beispielsweise Adduktoren entsprechen.

Das gebogene, federnde Unterschenkelelement ist im Vergleich dazu vergleichsweise einfach. Das Grundprinzip ist aber gerade im Laufsport praxisbewährt. Immerhin hat der Südafrikaner Pistoris mit seinen Prothesen die 100 Meter schon in unter elf Sekunden geschafft und strebt an, sich über die 400-Meter-Strecke für die Olympischen Spiele 2012 in London zu qualifizieren.

Kleine Schritte

Davon, sich mit menschlichen Sportlern zu messen, ist Athlete noch ein gutes Stück entfernt. Zwar steuert der Roboter seine künstlichen Muskel in einem Muster, das genau dem menschlicher Läufer entspricht. Allerdings gelingt es dem künstlichen Sprinter noch nicht, länger als ein paar Schritte die Balance zu halten, ehe er ins Stolpern gerät. Immerhin startet Athlete schon beachtlich los, wie ein von Niiyama veröffentlichtes YouTube-Video zeigt. Bis er einen 100-Meter-Lauf sturzfrei absolviert, dürfte es aber noch dauern.

YouTube-Video zu Athlete: http://www.youtube.com/watch?v=bXqUjiNw8fo

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.u-tokyo.ac.jp
http://oscarpistorius.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Speiseröhrenkrebs einfacher erkennen
06.03.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise