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Robo-Helikopter untersucht Nuklearkatastrophen

08.03.2010
Bodenerkundungsroboter wird per Tetherkabel abgesetzt

An der Virginia Tech wird ein autonomer Helikopter perfektioniert, der möglichst nie zum Einsatz kommen soll.

"Er ist für ein Worst-Case-Szenario gedacht", erklärt Projektleiter Kevin Kochersberger, Leiter des Unmanned Systems Laboratory der Virginia Tech. Denn das Fluggerät ist zur Erkundung von Städten nach Nuklearkatastrophen wie insbesondere Angriffe mit Atomwaffen oder schmutzigen Bomben gedacht.

Der etwa zwei Meter lange und mit Nutzlast maximal knapp 100 Kilogramm schwere Helikopter kann missionsabhängig mit verschiedenen geeigneten Modulen bestückt werden. Als Besonderheit arbeiten Studenten dabei an einem kompakten Bodenroboter, der zur Aufnahme von Proben abgesetzt werden kann.

Roboter-Werkzeuge für den Ernstfall

Falls Städte durch nukleare Angriffe verwüstet werden, soll der Virginia-Tech-Helikopter bei der Untersuchung der Katastrophe helfen. Dazu kann der Roboter mit verschiedenen Modulen wie etwa Strahlungsmessgeräten nach einem Plug-and-Play-Prinzip als Nutzlast mitführen. Das Team hat zudem ein nach unten gerichtetes Stereo-Kamerasystem entwickelt, um eine 3D-Vermessung des Geländes zu ermöglichen. Das sei absolut notwendig, um die Charakteristiken der vorangegangenen Explosion zu verstehen.

Als spezielles Nutzlast-Modul ist ein Roboter vorgesehen, der per Tetherkabel auf dem Boden abgesetzt und wieder aufgenommen werden kann. Geplant ist, dass dieser Zweitroboter in Bombenkratern gut manövrierfähig und auch wasserfest wird, um die Elektronik vor Gefahren wie geplatzten Wasserleitungen zu schützen. Außerdem kann der Roboter sowohl Trümmerbrocken als auch feiner Proben mit einen Ministaubsauger aufnehmen.

Vollautonom statt ferngesteuert

Beim Helikopter selbst handelt es sich um ein normalerweise ferngesteuertes Fluggerät vom Typ Yamaha RMAX, das für einen vollautonomen Flugbetrieb umgebaut wurde. Die Steuersoftware ist dabei darauf angelegt, dass der Roboter auch gezielt Strahlungsquellen ansteuern kann. Voraussichtlich wird er mit Nachtsicht-Technologie und Bildverarbeitungssystemen, die ein besseres Sehen bei Rauch und Nebel ermöglichen, ausgestattet.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.me.vt.edu/unmanned

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