Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Großgerät ermöglicht hochspezifische Messung von Steroidhormonen

18.03.2014

Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt rund 200.000 Euro teures Tandem-Massenspektrometer für die interdisziplinäre Forschergruppe „Sulfatierte Steroide im Reproduktionsgeschehen“

Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Stoffwechsels, der Herz-Kreislauf-Funktion sowie der Fortpflanzung: Steroidhormone, die mittels körpereigener Schwefelsäure zu sogenannten Steroidsulfaten umgewandelt werden können. „Steroidhormone sind lebenswichtige Botenstoffe für Körperzellen“ sagt Prof. Dr. Martin Bergmann (Veterinärmedizin).


Prof. Dr. Stefan A. Wudy, Prof. Dr. Martin Bergmann, Dr. Michaela Hartmann, Alberto Sanchez-Guijo (MA), und Prof. Dr. Joachim Geyer (v.l.) mit dem neuen Gaschromatographie-Tandemmassenspektrometer.

JLU-Pressestelle / Sara Strüßmann

Er ist Sprecher der durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten interdisziplinären Forschergruppe „Sulfatierte Steroide im Reproduktionsgeschehen (FOR 1369)“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Die Forschergruppe beschäftigt sich mit der bislang nicht erforschten biologischen Bedeutung von Steroidsulfaten im Fortpflanzungsgeschehen bei Mensch und Tier. Durch ein neues Großgerät können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun Steroidhormonmessungen auf technisch höchstem Niveau durchführen.

„Die verlässliche Bestimmung von Steroidhormonen ist alles andere als trivial“, sagt Prof. Dr. Stefan A. Wudy, Kinderendokrinologe und Hormonanalytiker (Humanmedizin). „Herkömmliche immunologische Verfahren sind besonders störanfällig und liefern oft falsche Werte.“

Seine Arbeitsgruppe stellt für alle beteiligten Teilprojekte die zentrale Plattform zur Bestimmung und Messung der Steroidsulfate mittels neuester Messtechnik dar; sie entwickelt Methoden zur Messung von Steroidhormonen auf der Basis von massenspektrometrischen Verfahren. Diese physikalisch-chemischen Methoden weisen derzeit die höchste Genauigkeit auf und gelten als „Goldstandard“ in der Hormonmessung.

Um Messungen von Steroidhormonen mittels höchster Verlässlichkeit durchführen zu können, beantragten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der DFG ein sogenanntes Gaschromatographie-Tandemmassenspektrometer. Groß war die Freude, als die DFG das rund 200.000 Euro teure Gerät bewilligte und auf schnellem und unkompliziertem Wege die Beschaffung ermöglichte.

Die Installation des Großgerätes im hormonanalytischen Labor von Prof. Wudy ist nun erfolgreich abgeschlossen worden. Das Tandem-Massenspektrometer ermöglicht die Entwicklung neuer Methoden zur hochsensitiven und hochspezifischen Messung von Steroidhormonen aus biologischen Proben und ergänzt die analytische Ausrüstung des Labors hervorragend.

„Wir sind der DFG sehr dankbar, gehören wir doch nun weltweit zu den technisch am besten ausgestatteten und damit führenden Steroidforschungslaboratorien“, so Prof. Wudy. Der gute Ruf des Labors spiegele sich auch darin wider, dass es auch national und international als Referenzlabor genutzt werde. So leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Labors Hilfestellung bei der Messung von Steroidhormonen und der Diagnostik seltener und schwierig zu diagnostizierender Störungen im Stoffwechsel der Steroidhormone.

Im Juni 2013 begann für die interdisziplinäre Forschergruppe „Sulfatierte Steroide im Reproduktionsgeschehen (FOR 1369)“ die zweite Förderperiode. Das internationale Gutachtergremium der DFG bescheinigte den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, „an einem weltweit einzigartigen und exzellentem Projekt zu arbeiten“, so Prof. Dr. Joachim Geyer (Veterinärmedizin), Sekretär der Forschergruppe. Die Arbeit der insgesamt sechs Arbeitsgruppen aus den Fachbereichen Humanmedizin und Veterinärmedizin der JLU sowie des Instituts für Biochemie der Universität des Saarlandes wird bis 2016 mit insgesamt 2,1 Millionen Euro gefördert.

Kontakt:
Prof. Dr. Stefan A. Wudy
Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
Kinder-Endokrinologie und -Diabetologie
Feulgenstraße 12, 35392 Gießen
Telefon: 0641 985-43451

Caroline Link | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Fake News finden und bekämpfen
17.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten