Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue interdisziplinäre Studie zur 3D-Sonografie

22.11.2013
Eine neue Studie über die Möglichkeiten von bildgebenden Verfahren in der Pränataldiagnostik stellt die Kommunikationswissenschaftlerin Dr. rer. soc. Stephanie Geise von der Universität Erfurt zusammen mit dem Pränataldiagnostiker Dr. med. Andreas Brückmann vom Pränataldiagnostikzentrum Erfurt morgen in Bremen im Rahmen der Tagung „Visualisierung – Mediatisierung“ der Fachgruppe Visuelle Kommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft vor.

In der Studie, die in Kooperation mit dem Erfurter Pränataldiagnostikzentrum entstanden ist, geht es um die Frage, wie sich die 3D-Bilder auf das Schwangerschaftserleben auswirken.

Klassische Ultraschallbilder gehören schon seit Jahrzehnten zum Alltag werdender Eltern. Die fortschreitende Integration technischer Medieninnovationen in unsere Lebenswelt hat auch die bildgebenden Verfahren der Pränataldiagnostik verändert:

Seit einigen Jahren können werdende Eltern ihr ungeborenes Babys in plastischen, dreidimensionalen, fotorealistisch anmutenden Bildern sehen. Die Technik der sogenannten 3D-Sonografie wird aus medizinischer Perspektive vor allem im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge und Fehlbildungsdiagnostik genutzt.

Im 3D-Modus und der damit verbundenen Möglichkeit zur Nachbearbeitung können Fehlbildungen frühzeitiger und präziser erkannt werden. Geplante Eingriffe und Operationen lassen sich auf diese Weise mit den Eltern im Ärzteteam besprechen und manchmal bereits im Mutterleib behandeln. Doch obwohl die 3D-Sonografie bei Ärzten und werdenden Eltern an Beliebtheit gewinnt und immer häufiger eingesetzt wird, hat die medizinische Forschung bisher ausgeblendet, was die Möglichkeit, das ungeborene Baby schon vor der Geburt fotorealistisch zu sehen, eigentlich ausmacht:

Was bedeuten die Bilder für die werdenden Eltern, für die Beziehung zum Kind oder die Identifikation der Eltern mit ihrer neuen Rolle? Erstaunlicherweise hat sich dies bisher offenbar kaum jemand gefragt. Genau an dieser Stelle setzt das interdisziplinäre Forschungsprojekt der Kommunikationswissenschaftlerin Stephanie Geise von der Universität Erfurt an.

In Kooperation mit Dr. med. Andreas Brückmann hat sie sich eben diesen Fragen gewidmet, rund 40 qualitative Leitfadeninterviews mit werdenden Eltern geführt und sie zur persönlichen Bedeutung der Ultraschallbilder sowie den verbundenen Prozessen der Bildaneignung und des Bildhandelns befragt. Die ersten Befunde der gesellschaftlich hoch relevanten Studien werden nun erstmals präsentiert und diskutiert.

„Die Ergebnisse sind faszinierend“, sagt Dr. Stephanie Geise. „In den Gesprächen mit Eltern wird ganz deutlich, dass die nahezu ‚lebensechte‘ Qualität der 3D-Bilder bereits in einer frühen Phase der Schwangerschaft eine engere Bindung zwischen Eltern und dem werdenden Kind begünstigt.“ Die 3D-Motive könnten dazu beitragen, die werdenden Eltern auf ihre Rolle als Eltern vorzubereiten, zusätzlich die Bindung an das Kind zu festigen sowie aufkommende Zweifel und grundsätzlich Unsicherheiten und Ängste in der Schwangerschaft zu reduzieren.

„Besonders für die werdenden Väter, die die Schwangerschaft sonst eher durch die Frau vermittelt erleben, sind die 3D-Bilder ein unglaublicher, unmittelbar erlebbarer Mehrwert“, erklärt Geise. Die gemeinsame Studie mache deutlich, welch enorme soziale und sozialpsychologische Bedeutung den Bildern neben der diagnostischen medizinischen Funktion zukommt. So ist es nach Ansicht von Stephanie Geise auch kaum zu verstehen, dass die Forschung dieses so wichtige Feld bisher ausgeblendet habe.

„Wir wissen noch immer viel zu wenig über die sozialen Funktionen und Wirkungen der 3D-Sonografien“, sagt auch der Mediziner Dr. Andreas Brückmann. Eine Fortsetzung des interdisziplinären Kooperationsprojekts ist deshalb geplant.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Stephanie Geise
E-Mail: stephanie.geise@uni-erfurt.de

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Forschende der Uni Kiel entwickeln extrem empfindliches Sensorsystem für Magnetfelder
15.02.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Getarntes Virus für die Gentherapie von Krebs
31.01.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics