Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Multidisziplinäres EU-Projekt EuroMarine gestartet

01.02.2012
Ein Bericht der Vollversammlung in Bremen
Mehr als 100 Wissenschaftler des multidisziplinären EU-Projekts EuroMarine trafen sich vom 17. bis 19. Januar 2012 in Bremen zum Gedankenaustausch. Das Ziel der Konferenz war es, die drei Exzellenznetzwerke EUR-OCEANS, MarBEF und Marine Genomics Europe zu integrieren und damit die europäische Meeresforschung in den Bereichen Biodiversität, Genomics und Ökosystemmodellierung zu optimieren.

Die Organisatoren verfolgen dabei einen multidisziplinären Ansatz, um die Zusammenhänge zwischen den Genen, den Organismen und den Ökosystemen sowie die klimatischen und anthropogenen Einflüsse besser einordnen und verstehen zu können. Ein zentrales Anliegen ist es, dass dieses angesammelte umfassende Wissen jedem Interessierten zugänglich gemacht wird.

Nach der Eröffnungsrede von Dr. Philippe Cury vom IFREMER begrüßten die Direktoren der drei Meeresforschungseinrichtungen im Lande Bremen, Prof. Dr. Gerold Wefer (MARUM), Prof. Dr. Rudolf Amann (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie) und Prof. Dr. Karin Lochte (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung) die Teilnehmer und stellten ihre Institute vor. In der Region Bremen - Bremerhaven hat sich die Meeresforschung stark etabliert. Mehr als tausend Menschen arbeiten hier für diesen Bereich der Wissenschaft, dessen Relevanz für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung in den letzten Jahren immer deutlicher wurde. Eine veränderte Umwelt zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Hier ist die Expertise der Bremer und Bremerhavener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit ihren Partnern in Deutschland und Europa gefragt, die die Bereiche Ökologie, Geowissenschaften, Klimawissenschaften, Biologie, Ozeanographie und Mikrobiologie von der Antarktis bis zur Arktis und von der Atmosphäre bis zum tiefen Meeresboden abdeckt. Dabei steht den Forschern eine Reihe von Techniken, Großgeräten und Forschungsplattformen zu Verfügung, die sie gemeinsam nutzen.

Prof. Dr. Gerold Wefer : „Das MARUM setzt modernste Unterwasserroboter ein und entwickelt neue Techniken wie das mobile Bohrgerät MeBo zur Erforschung des Ozeans Dadurch werden völlig neue Forschungsfelder erschlossen, z. B. an Hydrothermalquellen, Kalten Quellen und Schlammvulkanen.

Prof. Dr. Rudolf Amann sagt: „Wir Mikrobiologen können mit molekularbiologischen Methoden die mikrobielle Zusammensetzung komplexer Habitate untersuchen. Am Max-Planck-Institut in Bremen arbeiten unsere drei Abteilungen mit vielen europäischen Meeresforschern eng zusammen. Ich möchte betonen, dass wir in der Initiative EuroMarine einen Schritt in die richtige Richtung sehen. So hat das Network of Excellence Marine Genomics Europe von 2004 bis 2008 wichtige Impulse zur Nutzung der Genomforschung in der Meeresforschung gegeben und davon hat auch der Standort Bremen/Bremerhaven nachhaltig profitiert.“

Frau Prof. Dr. Lochte: „Entscheidend für unsere Arbeit sind unsere Forschungsinfrastrukturen, die unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sowie unseren Partnern von Universitäten und internationalen Forschungseinrichtungen den Zugang zur Arktis und Antarktis ermöglichen und hervorragende Arbeitsmöglichkeiten für die verschiedensten Disziplinen bieten.“

Prof. Dr. Michael Thorndyke vom Koordinierungsteam EuroMarine sagt:
„116 Meeresforschungsinstitute waren bei den Networks of Excellence MarBEF, EUR-OCEANS and Marine Genomics Europe dabei. Unser heutiges Ziel ist es, ein neues Konsortium aufzubauen, um die wissenschaftlichen Standards zu erhalten.”

Manfred Schlösser

Dr. Manfred Schloesser | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de/
http://www.euromarineconsortium.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften