Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mini-Mikroskope dienen zur Diagnose von Parasiten

12.12.2013
Günstige Webcams und Handykameras machen hochauflösende Bilder

Billige Mini-Mikroskope sollen tropischen Infektionskrankheiten Einhalt gebieten, wenn es nach finnischen und schwedischen Forschern geht. Mitarbeiter des Institute for Molecular Medicine Finland, der University of Helsinki und des Karolinska Institutet haben günstige Webcams und Handykameras so verknüpft, dass sie ausreichend hochauflösende Bilder zur Parasitenerkennung generieren.


Mikroskop: essenziell für die Parasitologie (Foto: pixelio.de/Michael Bührke)

Hohe Auflösung von Vorteil

Fast alle Parasiten kann man mithilfe eines Mikroskops erkennen. "Grundsätzlich ist diese Entwicklung schon sinnvoll, aber nichts Neues. Mikroskope werden schon lange eingesetzt - aber je schneller und einfacher das geht, desto besser ist es", kommentiert Herbert Auer, Leiter der Abteilung für Medizinische Parasitologie an der Medizinischen Universität Wien http://bit.ly/1d7Swjb , gegenüber pressetext.

Im ersten Testdurchlauf wurde das Sample direkt auf den Bildsensor-Chip gelegt, nachdem die Optik entfernt wurde. Die Auflösung ist abhängig von der Pixelgröße des Sensors, jedoch können einige Parasiten damit erkannt werden.

In der Studie wurden die Verursacher der Bilharziose, die Schistosoma-Würmer, herangezogen. "Das Mikroskop muss eine relativ vernünftige Auflösung haben. Die Larven der Schistosoma-Würmer sind etwa 100 bis 150 Mikrometer groß, da geht das noch relativ leicht. Aber es gibt auch Amöben und Lamblien, die kleiner als 30 Mikrometer sind", so Auer.

Mikroskopie wichtig für Therapie

Billige Mikroskope wären gerade in Entwicklungsländern wichtig, zum Beispiel in Afrika, wo die Bilharziose weit verbreitet ist. "Ein vernünftiges Mikroskop kostet in seiner billigsten Ausführung rund 500 bis 1.000 Euro. Ohne Diagnose kann ich keine Therapie veranlassen - denn jeder Parasit verlangt nach einer spezifischen Therapie", gibt Auer im pressetext-Gespräch zu bedenken.

Die Forscher entwickelten auch einen eigenen Erkennungs-Algorithmus, der die Bilder des Mini-Mikroskops analysiert und automatisch Parasiteneier entdeckt. "Mit der Ausbreitung von Mobiltelefonen, Datentransfernetzwerken und Applikationen für digitale Mikroskopie ist der Weg zu Alternativen für konventionelle Mikroskopie in endemischen Gebieten bereitet", erläutert Johan Lundin, einer der Studienleiter.

Marie-Thérèse Fleischer | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://fimm.fi
http://helsinki.fi/university
http://ki.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Fake News finden und bekämpfen
17.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie