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Migration und Klimawandel im Sahel - neues Forschungsprojekt "MICLE"

08.02.2011
In dem BMBF-geförderten Projekt „MICLE“ wird untersucht, ob klimabedingte Umweltveränderungen Migrationsbewegungen in Senegal und Mali auslösen.

Dafür werden sozial- und naturwissenschaftliche Daten verknüpft. Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) leitet und koordiniert das Projekt, Verbundpartner sind Institute der Universitäten Wien, Bayreuth und das IIASA.

In der Debatte über den Klimawandel gilt es bereits als ausgemacht, dass Europa mit einer wachsenden Anzahl von „Klimaflüchtlingen“ rechnen muss. Doch bisher sind solche Prognosen kaum wissenschaftlich untersucht.

Ob und unter welchen sozial-ökologischen Bedingungen der Klimawandel tatsächlich Migrationsbewegungen auslöst, wird in „MICLE“ anhand der Beispielländer Mali und Senegal untersucht. Projektleiterin PD Dr. Diana Hummel vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) betont: „Soziale, ökonomische und politische Bedingungen können die Effekte des Klimawandels verschärfen und umgekehrt. Doch die Ursachen für Migration sind vielschichtig. Bislang ist kaum bekannt, welches Gewicht der Faktor ‚Umweltveränderung‘ bei Migrationsentscheidungen hat“. Das Verbundprojekt läuft bis August 2013 und wird vom ISOE geleitet und koordiniert.

Forschungsansatz
Im Projekt „MICLE“ werden Migranten in den Herkunftsgebieten und ausgewählten Zielgebieten empirisch befragt. Das ISOE untersucht gemeinsam mit der Universität Bayreuth, Zentrum für Naturrisiken und Entwicklung (Dr. Martin Doevenspeck), wie Umweltveränderungen von den Betroffenen wahrgenommen und bewertet werden und welchen Einfluss Umweltveränderungen auf die Migrationsentscheidung haben. Die sozialwissenschaftlichen Ergebnisse werden verknüpft mit geowissenschaftlichen Daten aus der Fernerkundung in der Sahel-Region. Die Gruppe um Prof. Dr. Cyrus Samimi von der Universität Wien, Department of Geography and Regional Research, erhebt und analysiert beispielsweise Veränderungen der Niederschlagswerte und deren Folgen für die Vegetation und Landnutzung.

Ergänzt werden diese Ansätze durch demographische Daten über Migration in Senegal und Mali, besonders in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bildungsstand. So kann die soziale Verwundbarkeit (Vulnerability) der Bevölkerung genauer erfasst werden. Die demographische Analyse wird vom ISOE gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfang Lutz, International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA, Österreich) erstellt.

Ziele
Durch das Projekt soll ein besseres Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen ökologischen, sozialen, ökonomischen und politischen Faktoren gewonnen werden. Zudem soll eine Methode entwickelt werden, mit der die sozial- und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse integriert und modelliert werden können. „Praktisches Ziel des Projekts ist es, auf der Basis von Szenarien Gestaltungsmöglichkeiten für politische Entscheidungsträger und relevante Akteure zu identifizieren“, so Diana Hummel.

Das Projekt „Klimawandel, Umweltveränderungen und Migration: Sozial-ökologische Bedingungen von Bevölkerungsbewegungen am Beispiel der Sahelländer Mali und Senegal – MICLE“ wird im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Weitere Informationen:
http://www.isoe.de/projekte/micle.htm Informationen zum Projekt
http://www.micle-project.net Projekthomepage im Aufbau
http://www.isoe.de Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)

Dr. Corinne Benzing | idw
Weitere Informationen:
http://www.isoe.de/

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