Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtbakterien spüren Landminen auf

17.11.2009
Schottische Forscher setzen auf BioBricking

Bakterien, die grün zu leuchten beginnen, wenn sie mit Sprengstoff in Berührung kommen, könnten eine einfache und kostengünstige Methode sein, um vergrabene Landminen aufzuspüren. Wissenschaftler der Universität von Edinburgh arbeiten an einer solchen Lösung. Mit Hilfe des sogenannten BioBricking, bei dem DNA von Bakterien umgebaut wird, ist das möglich. Landminen fordern jährlich tausende Verletzte und Tote.

Die Bakterien sollen in eine farblose Lösung eingebracht werden, die grüne Leuchtflecken bildet, wenn sie in die Nähe von Sprengstoffen kommt. Nach Angaben der Forscher könnte die Lösung auch vom Flugzeug aus auf den Boden gesprüht werden. Einige Stunden danach würde man jene Stellen sehen, an denen Sprengstoff versteckt ist.

Landminen und Blindgänger-Detektion schützt Menschenleben

"Der Antiminensensor ist ein gutes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Innovation einer breiten Bevölkerung dienen kann", so Alistair Elfick von der School of Engineering, der das von Studenten ins Leben gerufene Projekt leitet. Zudem zeige das System auch, wie man mit neuen wissenschaftlichen Technologien Moleküle für spezielle Einsatzmöglichkeiten umbauen könne.

"Es gibt immer wieder verschiedene Bemühungen, Landminen und andere Blindgänger zu detektieren und dadurch Menschen zu schützen", meint Thomas Küchenmeister, Direktor des Aktionsbündnis Landmine.de, im pressetext-Interview. Bisher habe man Versuche mit Ratten, Hunden, Insekten und sogar farbveränderten Pflanzen unternommen. "Jedes dieser Systeme hat Vor- und Nachteile", erklärt Küchenmeister.

Wesentlich sei für das Aufspüren der Minen, dass das System einfach, zuverlässig und kostengünstig ist und dass das Land danach wirtschaftlich genutzt werden kann, betont der Experte. Ein Gütesiegel für ein bestimmtes Detektionssystem könne er, Küchenmeister, derzeit nicht geben.

Mindestens 75.000 Opfer in zehn Jahren

"Im jüngsten Zehn-Jahres-Bericht des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen (Ottawa-Konvention) wurde die Zahl der Opfer aus Landminen und Blindgängern mit mindestens 75.000 angegeben. Dabei handelt es sich nur um jene Verletzten und Toten, die registriert wurden", so Küchenmeister. Die Dunkelziffer liege weit darüber. Die britische Organisation Handicap International geht von einer jährlichen Opferzahl von 15.000 und 20.000 aus. Mehr als 100 Staaten sind davon betroffen.

"In den vergangenen zehn Jahren wurden 44 Mio. Minen in den Depots zerstört", erklärt der Experte. Griechenland und die Türkei haben sich bis jetzt ohne Sanktionen geweigert, ihre Personenminen-Depots zu räumen. "Allein in der Türkei gibt es mehr als eine Mio. Antipersonen-Minen in Lagern", erklärt Küchenmeister. Die Zahl der Länder, die das Abkommen ratifiziert haben, ist auf 156 gestiegen. Die große Mehrheit davon hat, wie vom Vertrag vorgegeben, große Gebiete von Minen geräumt und wieder nutzbar gemacht.

"39 Staaten - zwei davon haben den Vertrag zwar unterschrieben, ihn jedoch noch nicht ratifiziert - weigern sich nach wie vor dem Verbotsvertrag beizutreten. Dazu gehören die USA, Russland, China, Pakistan sowie Indien und Israel", erklärt Küchenmeister. "Leider verstoßen sogar einige wenige Vertragsstaaten bewusst gegen die Vorschriften des Abkommens."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ed.ac.uk
http://www.landmine.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Nanopartikel aus Kläranlagen - vorläufige Entwarnung
02.05.2018 | Universität Siegen

nachricht Neue Methode: Forschern gelingt es, wichtige RNA-Modifikation direkt zu markieren und aufzuspüren
30.04.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics