Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kulturlandschaft als Handelsware? Sozial-ökologische Nachwuchsforschergruppe über vier Jahre eingerichtet

06.07.2009
Die interdisziplinäre Nachwuchsgruppe "Marktbasierte Instrumente für Ökosystemleistungen - Triebkräfte, Wirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten am Beispiel von Klima- und Naturschutz in mitteleuropäischen Kulturlandschaften" im Rahmen des BMBF-Förderschwerpunkts "Sozial-ökologische Forschung (SÖF)" nimmt ihre Arbeit auf (Fördervolumen: 1,76 Millionen Euro).

Die Kulturlandschaften Europas erbringen eine Vielzahl von Leistungen, die bislang wenig von der Gesellschaft wahrgenommen, anerkannt und entgolten werden, so genannte "Ökosystemleistungen".

Dies sind unter anderem die Regulation des Klimas, die Bodenbildung, Hochwasserschutz und kulturelle Leistungen für Tourismus und Naherholung. Weltweit hat sich in den vergangenen Jahren der Trend verstärkt, solche Leistungen in kommerzielle Güter zu transformieren und auf Märkten zu handeln. Beispielsweise entstanden im Rahmen der Verhandlungen zur zukünftigen Klimaschutzpolitik vielerorts Marktmodelle für die Erhaltung von Wäldern.

Regional weit verbreitet sind zudem Kooperationen zum Trinkwasserschutz in Form von privaten Verträgen zwischen Landwirten und Trinkwasserproduzenten. Noch ist allerdings kaum absehbar, welche Auswirkungen solche Mechanismen auf Ökosysteme, Landschaften und Landnutzung haben, falls sie großflächig zum Tragen kommen.

Im Rahmen des Förderschwerpunktes "Sozial-ökologische Forschung (SÖF)" unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungsprojekte, die zur Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen an der Schnittstelle von Umwelt und Gesellschaft arbeiten.

Das BMBF hat die Förderung einer Nachwuchsgruppe bewilligt, deren Ziel es ist, das Verständnis der Beziehungen zwischen marktbasierten Instrumenten, Ökosystemleistungen und Lebensqualität in mitteleuropäischen Kulturlandschaften zu verbessern. Sieben Postdoktoranden und Doktoranden werden die vielfältigen Leistungen von Kulturlandschaften in den Bereichen Klima- und Naturschutz erfassen. Die aus Forst-, Agrar-, Politikwissenschaftlern und Umweltökonomen zusammengesetzte Gruppe wird ihre Untersuchungen exemplarisch in den Biosphärenreservaten Oberlausitz und Schwäbische Alb durchführen. Sie strebt dabei an, die Konflikte verschiedener Nutzungsansprüche an Landschaften sichtbar zu machen und konkrete Möglichkeiten zu einer Abstimmung von Klimaschutz-, Naturschutz- und weiteren Zielen der Landnutzung aufzuzeigen. "Vor allem werden wir gemeinsam mit den örtlichen Landnutzern die Möglichkeiten der nachhaltigen Gestaltung von marktbasierten Anreizinstrumenten in den Blick nehmen", erklärt Dr. Tobias Plieninger, Leiter der Nachwuchsgruppe.

Das Projekt wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Ecologic Institut, Berlin, dem Öko-Institut e.V., und dem Institut für Landespflege der Universität Freiburg getragen. "Mit diesem innovativen Verbund aus einer Wissenschaftsakademie, einer Universität und zwei Politik beratenden Instituten will das Vorhaben gleichermaßen wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und praxisorientierte Lösungsansätze im Spannungsfeld von Landnutzung, Naturschutz und Klimaschutz entwickeln", so Plieninger.

Kontaktadresse: Dr. Tobias Plieninger, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Jägerstrasse 22/23, D-10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 20370 538, Fax: +49 (0)30 20370 214, plieninger@bbaw.de, http://sozialoekologie.bbaw.de

Pressekontakt:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Leitung Referat Information und Kommunikation
Gisela Lerch
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel. 030/20370-657, Fax: 030/20370-366
E-mail: glerch@bbaw.de

Gisela Lerch | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbaw.de
http://sozialoekologie.bbaw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

nachricht Wie Coronaviren Zellen umprogrammieren
28.04.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten