Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Iserlohner Forscher wollen Verträglichkeit und Langlebigkeit von Prothesen verbessern

11.08.2009
Der Einsatz von Endoprothesen zählt zu den häufigsten orthopädischen operativen Eingriffen. Endoprothesen, also Implantate die dauerhaft im Körper bleiben, ersetzen dabei meistens von Arthrose betroffene Hüft-, Knie- oder Schultergelenke.

Da sie über einen längeren Zeitraum im Körper verbleiben, werden an die verwendeten Werkstoffe hohe Ansprüche gestellt. Sie müssen verträglich sein, sollen keine Entzündungen hervorrufen und zudem eine lange Haltbarkeit besitzen.

Vor dem Einsatz im menschlichen Körper werden die Materialien für die Implantate in Laborversuchen auf ihre Biokompatibilität untersucht. Dabei ist die Beurteilung von morphologischen Zell- und Gewebeeigenschaften im Kontakt mit dem Implantatwerkstoff ein entscheidender Faktor.

"Die Beurteilung, ob ein Werkstoff für einen Anwendungszweck biokompatibel ist, übernimmt dabei ein speziell geschulter Laborant", berichtet Prof. Dr. Eva Eisenbarth vom Fachbereich Informatik und Naturwissenschaften der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn, "in einem zeitaufwändigen Verfahren und in langwierigen Testreihen wird das Zellverhalten in Kontakt mit dem Werkstoff subjektiv bewertet".

Der Nachteil dieser Vorgehensweise liegt auf der Hand: Der Zeitaufwand ist hoch und durch die subjektive Bewertung durch Laboranten ist eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse schwierig.

Hier setzt nun das Projekt der Iserlohner Forscher an. In einem interdisziplinären Forschungsvorhaben wollen Physiker, Informatiker und Naturwissenschaftler der Hochschule gemeinsam ein Messverfahren entwickeln, das in der Lage ist, die für die Biokompatibilität der Werkstoffe wichtigen Zell- und Gewebeeigenschaften schnell und zuverlässig zu bestimmen. " Dabei bedienen wir uns der der Disziplinen Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz" erklärt Prof. Ulrich Lehmann, Leiter des Instituts Computer Science, Vision und Computational Intelligence in Iserlohn. "Das neuartige Messverfahren soll die Dynamik, die Zellenzahl pro Fläche und die Wachstumsgrößen objektiv bestimmen".

Für die Entwicklung haben sich die Forscher drei Jahre Zeit gegeben. Im November soll das Projekt erstmals der Öffentlichkeit auf der Messe Medica vorgestellt werden. Und zwar auf dem Messestand der Firma Dr. Licht GmbH, Nümbrecht von Dr. Michael Licht, einem ehemaligen Mitarbeiter und Doktoranden der Fachhochschule Südwestfalen, der den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat.

Birgit Geile-Hänßel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-swf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Placebo-Effekt hilft nach Herzoperationen
11.01.2017 | Philipps-Universität Marburg

nachricht Innovation: Optische Technologien verändern die Welt
01.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie