Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäres Forschungsprojekt: Intelligente Küche für SeniorInnen

06.06.2011
Die FH JOANNEUM arbeitet im Forschungsprojekt DIAFIT gemeinsam mit externen Partnern an einem intelligenten Küchenterminal für SeniorInnen, das älteren Menschen eine individuell gesunde Ernährung erleichtern soll. Die Seniorinnen und Senioren werden dabei direkt in die Entwicklung des digitalen Assistenzsystems eingebunden.

Die individuell richtige Ernährung ist ein wichtiger Schlüssel für ein gesundes und beschwerdefreies Leben im Alter. Alterstypischen Krankheitsbildern stehen Problembereiche wie Übergewicht oder Mangel- bzw. Fehlernährung gegenüber.

Im Projekt DIAFIT * erforscht ein interdisziplinäres Team seit 1. März 2011, wie ältere Menschen durch eine digitale Ernährungsassistenz, die als intelligenter Terminal in der Küche integriert ist, in einer gesunden Lebensweise unterstützt werden können. Durch ein kontinuierliches Monitoring des individuellen Ernährungsverhaltens können diätetische Defizite entdeckt werden, was wiederum Empfehlungen für eine optimierte Speisenauswahl und -zusammenstellung ermöglicht.

Zusammengefasst soll das DIAFIT-Assistenzsystem so funktionieren: Eine Person kommt in ihre Küche und wird vom intelligenten Küchen-Terminal durch eine digitale Figur, einen Avatar, begrüßt. Über einen Touchscreen mit Bildern und Symbolen kann die Person entweder ein konkretes Rezept auswählen, das sie kochen möchte, oder sie nimmt ein Produkt aus dem Kühlschrank, das der Terminal über einen Barcode-Reader bzw. eine Videokamera erkennt. Mengenangaben werden durch eine synchronisierte digitale Waage ermittelt.

Ein Multisensor-Armband misst zudem den Energieverbrauch der Person sowie ihre in der Küche zurückgelegten Wege. Je nach persönlicher Ernährungssituation und dem Essverhalten der vergangenen Tage gibt das DIAFIT-Assistenzsystem sein „Ok“ zur Speisenwahl oder macht korrigierende bzw. ergänzende Empfehlungen – zum Beispiel, nur die Halbe Menge Zucker zu verwenden oder statt Schokolade- lieber Topfenpalatschinken zu wählen. Auf diese Weise werden auch individuelle Rezept-Vorlieben des Kochenden dokumentiert.

Individuelle Ernährungsassistenz
„Alle Eingaben werden kontinuierlich mit den im System hinterlegten, individuellen diätologischen Ernährungsanforderungen abgeglichen und über eine Ernährungswertsoftware mit den in den vergangenen Tagen bereits konsumierten Speisen und Getränken gegengerechnet“, sagt Projektleiter Walter Scheitz vom Studiengang „Health Care Engineering“, der das Projekt an der FH JOANNEUM gemeinsam mit den Studiengängen „Diätologie“ und „Ergotherapie“ sowie dem Forschungsinstitut „ZML – Innovative Lernszenarien“ durchführt. Als externe Partner sind Joanneum Research, CURE, dato Denkwerkzeuge, COOKINA sowie der Verein GEFAS am Projekt beteiligt.

„Eine wichtige Anforderung für das DIAFIT-Projekt ist die bestmögliche Akzeptanz bei der Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren. Daher werden diese selbst in Entwicklung, Entwurf und Evaluierung des Assistenzsystems eingebunden – sie sollen die sie umgebende Technologie im besten Fall gar nicht bewusst wahrnehmen“ so Scheitz. In der Pilotstudie sind rund 20 ältere Menschen im Einsatz, die zum einen ihre Gewohnheiten und Wege beim Kochen protokollieren, und die zum anderen den neuen Terminal in einer Testküche ausprobieren und evaluieren. Neben der bestmöglichen Ernährungsunterstützung integriert das Projekt zudem auch die ergonomischen Anforderungen an eine Küche für Seniorinnen und Senioren. Im Fokus stehen dabei Themen wie zum Beispiel die Vermeidung von Haushaltsunfällen durch eine optimierte Anordnung von Arbeitsflächen und -geräten.

DIAFIT wird im Rahmen der FFG-Programmlinie „benefit“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie mit rund 280.000 Euro auf zwei Jahre gefördert. Aktuell werden die Bedürfnisse der NutzerInnen sowie der Stakeholder, wie etwa Küchenhersteller, erhoben, danach können die Spezifikationen für System und Technik definiert werden. Alle Entwicklungsschritte werden gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren laufend evaluiert, am Ende soll ein in der Praxis einsetzbarer Prototyp des DIAFIT-Systems fertig sein.

* DIAFIT steht für „Diätetischer Ernährungs-Assistent mit multimodaler Schnittstellen-Funktionalität und Intelligentem Küchen-Terminal“
Weitere Informationen:
http://Studiengang "Health Care Engineering": www.fh-joanneum.at/hce

Cornelia Schuss | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

nachricht ROBOLAB generiert neue Forschungsansätze und Kooperationen
08.05.2017 | Hochschule Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften