Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Instrumentenkontrolle im All und auf der Erde

15.04.2013
Sporthochschul-Experiment an Bord der 22. Parabelflugkampagne des DLR

Der Erfolg von Weltraummissionen hängt maßgeblich davon ab, dass Raumfahrer die ihnen gestellten Aufgaben in angemessener Zeit korrekt erledigen können. Hierzu zählen auch feinmotorische Leistungen, etwa beim Bedienen von Schaltern und Kontrollknüppeln im Cockpit und an wissenschaftlichen Instrumenten. Die Erforschung der Feinmotorik in Schwerelosigkeit ist daher von großer Bedeutung für die Sicherheit und Effizienz der bemannten Raumfahrt.

Studien bei Parabelflügen und auf der ISS deuten darauf hin, dass die Feinmotorik unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit beeinträchtigt ist. Ist das nur ein theoretisches Problem oder haben diese Defizite tatsächlich Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der Astronauten? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Projekts des Instituts für Physiologie und Anatomie der Deutschen Sporthochschule Köln, das jetzt bei der 22. Parabelflugkampagne (15. bis 26. April) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bordeaux mit an Bord geht. Vom 23. bis zum 25. April untersuchen Benjamin Schulze und Fabian Steinberg den Einfluss von Stress und Leistungsbereitschaft beim Bedienen von Instrumenten bei Parabelflügen. Das Projekt unter Leitung von Institutsleiter Professor Otmar Bock leistet einen wichtigen Beitrag zum DLR-Forschungsziel „Integrative Humanphysiologie“.

Im konkreten Experiment geht es um das Bedienen von Knöpfen und Schaltern, um einen komplexen Prozess zu überwachen – eine Aufgabe, die nicht nur bei Weltraumflügen vorkommt, sondern auch der Kontrolle von Fahrzeugen, Forschungsgeräten und industriellen Abläufen ähnelt. Die Studienergebnisse können daher auch einen Beitrag zur Optimierung von Abläufen auf der Erde leisten (Verkehrssicherheit, Prozesssteuerung in Betrieben etc.). Durch detaillierte kinematische und kinetische Analysen der Handbewegung wird der Einfluss der Schwerelosigkeit untersucht, insbesondere unter Berücksichtigung der Faktoren Stress und individuelle Leistungsbereitschaft. Denn gerade bei Astronauten könnten komplexe kognitiv-motorische Aufgaben durch den Einfluss von Stress, wie Schlafmangel oder Isolation, entscheidend beeinflusst werden. Ähnlich sieht es mit der aktuellen Einschätzung bzw. Prioritätensetzung und der daraus resultierende Leistungsbereitschaft aus. Das Projektteam wird während der Parabelflüge Daten zur Feinmotorik, zum Stress (Messung von Speichel-Cortisol) und zur individuellen Motivation erheben.

KONTAKT: Univ.-Prof. Dr. Otmar Bock, Leiter des Instituts für Physiologie und Anatomie der Deutschen Sporthochschule Köln, Tel.: 0221 4982-3710, Mail: bock@dshs-koeln.de
Benjamin Schulze, Tel.: 0221 4982-6178, schulze@dshs-koeln.de
Fabian Steinberg, Tel.: 0221 4982-6780, f.steinberg@dshs-koeln.de
Ein Foto erhalten Sie auf Anfrage unter presse@dshs-koeln.de

Sabine Maas | idw
Weitere Informationen:
http://www.dshs-koeln.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Bergamoten – Verlockung und Verhängnis für Tabakschwärmer
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt
19.04.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten