Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hydrogel gegen Seepocken an Schiffen

16.03.2010
Marine Lebewesen verursachen Millionen-Schäden

Marine Organismen wie Seepocken, die auf Schiffsrümpfen wachsen, verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe, weil sie auf die Schiffe wie Bremsklötze wirken und daher höhere Treibstoffkosten verursachen. Forscher der Universität Linköping arbeiten nun daran, eine Lösung gegen den Bewuchs zu finden. Erfolg haben sie mit einer dünnen Schicht, die auf den Schiffsrumpf aufgetragen wird, an denen die Seepocken nicht haften bleiben.

Seepocken gehören zu den Krebsen. Im erwachsenen Zustand bleiben die Tiere fest an ihrem Untergrund haften und bewegen sich nicht mehr. Ihre Gliedmaßen sind zu Rankenfüßen umgebildet und sie schützen sich durch eine harte, Muschel-ähnliche Schale. In der Vergangenheit konnte man die Tiere mit giftigem Schiffslack, der Tributylzinn (TBT) enthielt, abwehren. Seit einigen Jahren ist die Verwendung dieser Substanzen allerdings verboten.

Besiedelungsstrategie soll vor Bewuchs schützen

"Unsere Strategie gegen die Seepocken ist es, einen Untergrund zu schaffen, auf dem die Seepocken nicht haften bleiben", so Forschungsleiter Tobias Ekblad, der auch am EU-Forschungsprojekt AMBIO http://www.ambio.bham.ac.uk mitarbeitet, gegenüber pressetext. "Wir haben eine Methode gefunden, mit der wir besser verstehen können, wie die Seepocken-Larven nach ihrem passenden Untergrund suchen."

Die Methode namens Surface Plasmon Resonance hat es möglich gemacht, zu erkennen, dass die Seepockenlarven Fußabdrücke auf dem Untergrund hinterlassen. "Die Larven nutzen einen bisher noch nicht vollständig geklärten chemischen Weg", so Ekblad. Offensichtlich können sie mit diesem herausfinden, ob der Untergrund als neues Zuhause in Frage kommt oder nicht.

Schutzanstrich bewährt sich im Labor

Ekblad und sein Team haben dünne Schichten mit verschiedenen Hydrogels auf den Untergrund aufgetragen und untersucht, welche chemischen Substanzen die Seepockenlarven und andere Lebewesen wie Algen nicht wollen. Exzellente Resultate gab es beispielsweise mit dem Polymer Polyethylen-Glykol.

"Es ist allerdings fraglich, ob man einen ganzen Schiffrumpf mit einer solchen Schicht versehen kann", meint der Forscher. Ein Problem könnte etwa sein, ob diese Schicht auch so aufgetragen werden kann, dass sie tatsächlich stabil genug ist und am Schiffsrumpf hält.

Haftung bietet Chance auf Superkleber

Doch die Seepocken sind nicht nur ein Problem, sondern sie könnten auch für die Medizin von großem Nutzen sein. "Der Superklebstoff, der aus Proteinen gebildet wird, könnte für die Wissenschaft interessant sein", meint Ekblad. Denn die Seepocken sind mit ihrem Untergrund sehr eng verbunden und das Entfernen vom Schiffsrumpf ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.liu.se

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie