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Mit einem Höhenballon an die Grenze zum Weltraum

12.06.2009
Absolvent der FH Braunschweig/Wolfenbüttel nimmt an Studentenprojekt in Schweden teil

Als Jan Speidel (31) vor einem halben Jahr sein Studium der Technischen Informatik an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (FH) abschloss, wusste er noch nicht, wohin ihn diese Qualifikation führen würde.

Jetzt ist die Richtung klar: Steil nach oben! Neben seinem SpaceMaster-Studium in Kiruna (Nordschweden) entwickelt der Diplom-Ingenieur nun zusammen mit acht weiteren Studierenden ein Experiment, das von einem Höhenballon an die Grenze zum Weltraum getragen wird.

„Wir wollen Experimente in Schwerelosigkeit ermöglichen. Dort oben ist die Luft so dünn, dass herab fallende Objekte praktisch schwerelos sind. Das nutzen wir aus“, erklärt Speidel. Das Experiment besteht aus einer Gondel, die mit einer langen Schnur mit dem Ballon verbunden ist. Während die Gondel herab fällt ist sie schwerelos. Danach wird die Gondel wieder eingeholt und das Experiment kann von Neuem beginnen. In solch großer Höhe ist die Steuerung jedoch nicht einfach. „Es wird bis zu minus 55 Grad kalt. Da friert normalerweise jeder Schaltkreis ein. Darauf muss man vorbereitet sein“, berichtet Speidel.

Unterstützt wird das Projekt von der FH. Ein Teil der Elektronik wurde im Fachbereich Informatik entwickelt und wird an Bord die Bewegungen des Ballons messen. Studiendekan Professor Dr. Reinhard Gerndt: „In seinem Informatikstudium in Wolfenbüttel hat Herr Speidel die Basis für seine jetzigen wissenschaftlichen Arbeiten geschaffen. Engagement, Kreativität und harte Arbeit haben ihm die Verwirklichung seines Traums vom Fliegen ermöglicht. Ich habe schon erwartet, dass er es im wahrsten Sinne des Wortes einmal ganz nach oben schafft."

„Wenn wir mit unserem Experiment wirklich Schwerelosigkeit erreichen können, wäre das eine echte Alternative zu aufwendigen und teuren Parabelflügen“, sagt Speidel. „Unsere Berechnungen lassen uns hoffen!“ Das Experiment wird Ende des Jahres im Rahmen des jährlich stattfindenden BEXUS Programms abheben. Es ermöglicht Studierenden aus ganz Europa, wissenschaftliche Experimente mit Höhenforschungsballons durchzuführen. Entstanden ist das Programm unter der Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem „Swedish National Space Board“ (SNSB). Experten von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geben technische Unterstützung während des Projekts. Die finanzielle Unterstützung kommt von der Technischen Universität Luleå und der ESA.

Evelyn Meyer-Kube | FH Braunschweig/Wolfenbüttel
Weitere Informationen:
http://www.fh-wolfenbuettel.de/presse

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