Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Harvard entwickelt Roboter-Bienen

13.08.2009
Schwarmverhalten nach biologischem Vorbild angestrebt

Forscher der US-Eliteuniversität Harvard haben die Entwicklung von kompakten Bienen-artigen Flugrobotern in Angriff genommen.

Die mobilen Leichtgewichte werden dabei nicht nur im Aufbau dem biologischen Vorbild folgen und dazu mit speziellen Sensoren ausgerüstet werden. Auch das intelligente Schwarmverhalten der Insekten will das interdisziplinäre Team durch geeignete Algorithmen nachempfinden.

"Diese Forschung hat zum Ziel, die Biologie der Bienen besser zu verstehen und dieses Verständnis zu nutzen, um verschiedene Bereiche der Informatik und Ingenieurskunst voranzutreiben", betont Projektleiter Robert Wood, Assistenzprofessor für Elektrotechnik an der Harvard School of Engineering and Applied Sciences (SEAS). Um das zu ermöglichen, stellt die National Science Foundation Fördermittel in der Höhe von zehn Mio. Dollar bereit.

"Dieses Projekt wirkt wirklich sehr interessant", meint Bart Remes von der Technischen Universität Delft im Gespräch mit pressetext. Er betreut dort das Projekt DelFly zur Entwicklung winziger Flugroboter (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080723004/). "Der Harvard-Ansatz ist, erst sehr fundamentale Forschung zu betreiben, um dann direkt kleine Flugroboter zu bauen", meint Remes. Das sei ein direkter Gegensatz zum DelFly-Projekt, wo man erst größere Flugroboter baut, um weitere Generationen anhand der praktischen Erfahrungen weiter zu miniaturisieren. "Ich denke, beide Ansätze werden letztendlich zu sehr ähnlichen Ergebnissen führen", ist der Wissenschaftler überzeugt. Dabei sei es denkbar, dass verschiedene Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Ansätzen voneinander lernen.

In Harvard hat man zum Ziel, Bienen-Roboter zu schaffen, die fünf Zentimeter Flügelspannweite haben und nur ein halbes Gramm wiegen. Dabei sollen unter anderem intelligente Sensoren entstehen, die ähnlich wie die Augen und Antennen einer Biene funktionieren. Auch die Fähigkeit, sowohl schnell in gerader Linie zu fliegen als auch stationär über einer Blüte zu schweben, will man nachahmen. Weitere Forschungserfolge erhofft man sich etwa bei intelligenten Materialien und im Bereich winziger Energieversorgungslösungen. "Wir haben beim Projektvorschlag besonderes Augenmerk darauf gelegt, die Forschung an 'Körper, Geist und Schwarm' zu einem einheitlichen Bestreben zu machen", betont Gu-Yeon Wie, Assistenzprofessor für Elektrotechnik an der SEAS. Dieser Ansatz ist nach Ansicht von Remes sehr sinnvoll. "Wenn man zu sehr einzelne Komponenten betrachtet, funktioniert vielleicht jede für sich perfekt - aber dann vielleicht nicht im Kontext des Gesamtsystems", betont Remes.

Beim auf fünf Jahre anberaumten Harvard-Projekt soll auch jede Roboter-Biene Teil eines größeren Systems, eines Schwarms, werden. Dazu wollen die Forscher Kommunikationslösungen entwickeln, die widerspiegeln, wie echte Bienen sich beim Erkunden oder bei der Futtersuche aufeinander verlassen. Ein solch autonom koordiniertes Schwarmverhalten verspricht große Vorteile für den praktischen Einsatz kleiner Flugroboter. "Das ist beispielsweise sehr interessant, um ein großes Gebiet in kurzer Zeit abdecken zu können", erklärt Remes. Daher befasse man sich auch in Delft mit dem Thema Schwarmverhalten, wobei man allerdings größere unbemannte Fluggeräte nutze.

Thomas Pichler | pressetext.deuschland
Weitere Informationen:
http://seas.harvard.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik