Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsauswirkungen von Feinstäuben

28.05.2015

Internationale Messkampagne an der Uni Rostock

Zurzeit führt das Helmholtz Virtuelle Institut HICE ( www.hice-vi.eu ), das von der Universität Rostock und dem Helmholtz Zentrum München federführend geleitet wird, in Rostock eine internationale Messkampagne zur Erforschung der Gesundheitsauswirkungen von Feinstäuben durch.


Am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock finden derzeit interdisziplinäre Experimente statt, die Gesundheitsauswirkungen von Feinstäuben untersuchen.

Untersucht wird einerseits die genaue chemische Zusammensetzung der Gase und Partikel, die beim Betrieb eines EURO 5 Benzinmotors mit Benzin oder dem Biokraftstoff Ethanol (E85) freigesetzt werden. Andererseits werden menschliche Lungenzellen vor Ort mit den verdünnten Emissionen des Motors beaufschlagt, um die biologischen Wirkung der Emissionen auf die Zellen zu erfassen.

Der Motor wird auf einem Prüfstand des Lehrstuhls für Kolbenmotoren und Verbren-nungsmaschinen der Universität Rostock in Anlehnung an die Europäische Norm „Neuer Europäischer Fahrzyklus“ (durchschnittlicher Betrieb) oder einem Hochgeschwindigkeits-Zyklus (deutsche Autobahn) betrieben.

Zur Erfassung der biologischen Wirkung der Emissionen wird später im Labor bestimmt, welche Stoffwechselprodukte und Proteine von den Zellen gebildet und welche Gene aktiviert werden. Diese Information geben zusammen mit den chemischen Daten Hinweise darauf, wie toxisch die Feinstäube sind und welche Krankheiten gegebenenfalls ausgelöst werden könnten.

Ähnliche Versuche wurden von HICE vor einiger Zeit auch an einem Schiffsdieselmotor durchgeführt. Es ergab sich, dass die biologischen Wirkungen und Toxizität sowohl der Schiffsemissionen aus dem Schwerölbetrieb als überraschenderweise auch der Emissionen aus dem Betrieb mit sauberem Dieselkraftstoff ähnlich hoch sind. Das spricht für eine Einführung von Rußfiltern auch für Schiffe, die mit Destillatkraftstoff fahren.

Erste Ergebnisse aus der gegenwärtigen Messkampagne, die noch bis Ende Mai läuft, zeigen, dass bei hohen Geschwindigkeiten (größer 150 km/h) deutlich höhere Konzentrationen von Luftschadstoffen wie Benzol und anderen aromatischen Kohlenwasserstoffen emittiert werden.

Kontakt:
Universität Rostock
Institut für Chemie
Prof. Dr. Ralf Zimmermann
Tel: +49(0)381 498 6460 / Sekretariat -6527
Mail: ralf.zimmermann@uni-rostock.de
ralf.zimmermann@helmholtz-muenchen.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Multidisziplinäre Studie regt neue Strategie zur Medikamentenentwicklung an
15.01.2018 | Heidelberger Institut für Theoretische Studien gGmbH

nachricht Interaktionen zwischen einfachen molekularen Mechanismen führen zu komplexen Infektionsdynamiken
09.01.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum genau diese 20? – Quantenchemie löst Aminosäure-Rätsel

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Simulation: Neuartiger zweidimensionaler Schaltkreis funktioniert mit magnetischen Quantenteilchen

22.01.2018 | Physik Astronomie

Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert

22.01.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz