Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt zu Gedächtnisbildung und Schlaf

28.02.2014

Lübecker Wissenschaftler am DFG-Schwerpunktprogramm zu neuronalen Netzwerken und Verhalten beteiligt - Schwache elektrische Stimulation und Optogenetik zur Untersuchung von schlafabhängiger Gedächtniskonsolidierung und neuronalen Ensembles

Lübecker Forscher sind an dem neuen neurowissenschaftlichen Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt, in dem es um die Zusammenhänge der Aktivität von Nervenzellen und neuronalen Netzwerken mit dem Verhalten geht.


Projektleiterin Prof. Dr. Lisa Marshall

Das Lübecker Projekt heißt „Schwache elektrische Stimulation und Optogenetik zur Untersuchung von schlafabhängiger Gedächtniskonsolidierung und neuronalen Ensembles“.

Das Schwerpunktprogramm SPP 1665 hat den Titel „Resolving and manipulating neuronal networks in the mammalian brain – from correlative to causal analysis“ und wird von der Universität Hamburg aus geleitet.

Es wurde im Herbst 2013 für zunächst drei Jahre bewilligt und hat ein Gesamtbudget von etwa sieben Millionen Euro. Beteiligt sind 38 Wissenschaftlergruppen aus deutschen Universitäten und Forschungszentren. Am 6. und 7. März findet das Kickoff-Symposium statt.

In dem Projekt wird untersucht, wie die messbaren Nervenaktivitäten in bestimmten Gehirnregionen die Gedächtnisbildung im Schlaf beeinflussen. Projektleiter sind Prof. Dr. Lisa Marshall, Prof. Dr. Achim Schweikard und Dr. Alexey Ponomarenko aus den Instituten für Neuroendokrinologie und für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck und aus dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (Exzellenzcluster NeuroCure) in Berlin. Außerdem gehören der Lübecker Arbeitsgruppe Dr. Sonja Binder, Christian Wilde (M.Sc.) und Dipl.-Inf. Ralf Bruder an.

Langsamen kortikalen Oszillationen im Gehirn wird eine Rolle bei der Gedächtniskonsolidierung zugeschrieben. Es konnte bereits gezeigt werden, dass sie eine enge zeitliche Beziehung zu anderen hirnelektrischen Ereignissen wie Schlafspindeln und hippokampalen „sharp wave ripples“ aufweisen. Die Applikation eines langsam-oszillierenden schwach-elektrischen Stromes im NREM-Schlaf (NREM = non-rapid eye movement) konnte beim Menschen und bei der Ratte die Gedächtnisleistung verbessern. 

Vorrangiges Ziel ist es, den kausalen Beitrag von Neuronen und oszillatorischen Netzwerken im Hippocampus und im präfrontalen Kortex zu schlafabhängiger Gedächtniskonsolidierung in der Maus zu identifizieren. Hippokampale und kortikale Aktivität werden durch optogenetische Stimulation sowie durch die Applikation schwach elektrischer Ströme beeinflusst. Hierfür wird ein individuell angepasster Stimulator auf der Grundlage eines „finite Element Model“ des Mausgehirns entwickelt. Hochentwickelte Analyseverfahren werden ferner zur Erkennung der Interaktionen zwischen den untersuchten Hirnregionen in Echtzeit dienen.

Weitere Informationen:

http://www.spp1665.de

Rüdiger Labahn | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Blick unter den Gletscher
12.06.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten