Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher entwickeln Sportstadion der Zukunft

16.03.2009
Mobile-Technologie soll interaktives Zusehererlebnis ermöglichen

Eine Forschergruppe des Department für Computer Science an der University of Glasgow hat ein ambitioniertes Projekt gestartet, dessen Endergebnis das Erleben von Sportveranstaltungen künftig wesentlich interaktiver gestalten könnte.

Die Wissenschaftler arbeiten mit Unterstützung der Socio-Digital Systems Research Group von Microsoft an einem sogenannten "Augmented Stadium"-Modell, das die Möglichkeiten moderner Mobile-Technologie stärker in die Zuschauererfahrung der Sportfans miteinbeziehen soll. "Beim Erleben von Sportevents wird die Technologie bislang vorwiegend passiv eingesetzt. Unser Ziel ist es, herauszufinden, wie sie dazu verwendet werden kann, eine aktivere Integration und Interaktion des Publikums in das Geschehen zu erreichen", so die Erläuterung in der offiziellen Projektbeschreibung. Die beteiligten Forscher seien überzeugt davon, dass sich durch die enorme Verbreitung von mobiler Hardware mit Bluetooth- und WLAN-Funktionalität in dieser Hinsicht mittlerweile viele neue Möglichkeiten aufgetan hätten.

Im Grunde genommen gebe es drei unterschiedliche Arten, wie Fans ein Sportereignis miterleben könnten: Entweder man sehe das Spiel seiner Lieblingsmannschaft am heimischen TV-Bildschirm, mit Freunden in einer Bar oder verfolge das Geschehen gemeinsam mit tausenden anderer Zusehern direkt live in einem Stadion. "Jede dieser Möglichkeiten liefert dem Betrachter eine andere Erfahrung. Mit unserem aktuellen Projekt wollen wir den Versuch unternehmen, alle drei Arten des Zusehererlebnisses so miteinander zu verbinden, dass eine aktivere Nutzererfahrung des Publikums möglich wird", erklärt Matthew Chalmers, Projektleiter und Dozent am Computer-Science-Institut der Universität Glasgow, gegenüber dem US-Wissenschaftsportal LiveScience. Konkret stelle sich der Forscher dabei etwa die Verwendung von Bluetooth-Geräten vor, mit deren Hilfe die Zuseher untereinander interagieren könnten. "Die Leute könnten beispielsweise ihre eben per Handy oder Digitalkamera aufgezeichneten Videoaufnahmen oder Bilder miteinander teilen und sogar Freunde am Erlebten teilhaben lassen, die es nicht bis ins Stadion geschafft haben", so die Vorstellung Chalmers.

Um herauszufinden, welche geeigneten Ansatzpunkte es in Bezug auf ein interaktiveres Zusehererlebnis gibt, werden die Forscher zunächst Sportfans im Stadion beobachten und ihr Verhalten analysieren. Im Sinne eines sogenannten "Crowd-Centric Computing"-Ansatzes, der auch die Erfahrung des Stadionpublikums insgesamt in die Überlegungen miteinbezieht, soll danach ausgelotet werden, wo und wie Technologie für eine Verbesserung des Zusehererlebnisses eingesetzt werden kann.

Dabei gehe es vor allem darum, die verschiedenen Vor- und Nachteile der drei oben genannten Zuschauarten in sinnvoller Art und Weise miteinander zu kombinieren. Als Beleg dafür, dass es auch heute bereits die ersten Ansätze gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen, verweist Chalmers auf die "At Bat 2009"-Applikation für iPhone und iPod touch. Diese in Kooperation mit der US-Nationalliga Major League Baseball entwickelte Anwendung erlaubt Nutzern den Zugriff auf zusätzlichen Spiel-Content wie In-Game-Videos, Audiomaterial oder aktuelle Statistiken und Neuigkeiten.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.dcs.gla.ac.uk
http://research.microsoft.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues interdisziplinäres Zentrum für Physik und Medizin in Erlangen
25.07.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Entzündungshemmende Birkeninhaltsstoffe nachhaltig nutzen
03.07.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops