Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Farbe zeigt Belastung durch Leuchten an

22.06.2012
Hightech-Anstrich könnte Luftfahrt sicherer machen

Forscher der amerikanischen Rice University arbeiten an einer Farbe, die künftig das Überprüfen von Strukturen auf Belastungen vereinfachen soll. "strain paint" zeigt übermäßige Krafteinwirkung dadurch an, dass sie im Schein von Licht nahe des Infrarotspektrums leuchtet. Sie bietet zahlreiche Vorteile zu herkömmlichen Sensoren.


strain paint: Nano-Farbe leuchtet bei Belastung (Foto: Rice University)

Kaputte Nanoröhrchen leuchten

Die Farbe ist versetzt mit winzigen Nanoröhrchen, die beim Trocknen an Ort und Stelle fixiert werden. Wird der Untergrund - etwa die Wand eines Gebäudes oder der Flügel eines Flugzeugs - an dieser Stelle über Gebühr gestreckt oder gequetscht, so werden die winzigen Halbleiter-Rohre beschädigt. Bereits seit längerem ist bekannt, dass sie in diesem Zustand unter nah-infrarotem Licht glühen.

Die Beschichtung ist einfach und flexibel auftragbar und erkennt Belastungen unabhängig von der Richtung ihres Einwirkens. Übliche Sensoren arbeiten nur punktuell dort, wo sie eingesetzt werden und sind nicht in der Lage, multidirektionale Belastungen zu registrieren. Sie werden daher an Stellen angebracht, die sich aus vorhergehenden Berechnungen bereits als Orte der erwarteterweise höchsten Beanspruchung feststehen. Andere Stellen müssen langwierig und mühsam manuell inspiziert werden.

Raumschiffinspektion im Orbit

Mit dem Anstrich aus der Rice University kann man Flieger, Schiffe und zahlreiche andere Fortbewegungsmittel oder Gebäude umfassend und kostengünstig prüfen. Bruce Weisman, einer der beteiligten Wissenschaftler, hat nun Kontakt mit der US-Raumfahrtbehörde NASA aufgenommen, berichtet Popular Science. Er schlägt vor, künftig Raumfahrzeuge mit der Hightech-Farbe anzustreichen. So könnten die Astronauten ihr Gefährt noch im Orbit auf beschädigte Stellen untersuchen und gegebenenfalls lebenswichtige Reparaturen durchführen, bevor sie die Rückreise in die Atmosphäre antreten.

Marktreif ist die Erfindung jedoch noch nicht. Derzeit wird an der Optimierung ihrer Zusammensetzung gearbeitet. Es wird außerdem überlegt, verschiedene Varianten für spezifische Einsatzzwecke herzustellen, die dank Nanotechnologie mit weiteren Eigenschaften angereichert werden.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.rice.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Damit sich Mensch und Maschine besser verstehen
04.09.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gravitationswellen: Sternenglanz für Jenaer Forscher

19.10.2017 | Physik Astronomie

Materie-Rätsel bleibt weiter spannend: Fundamentale Eigenschaft von Proton und Antiproton identisch

19.10.2017 | Physik Astronomie

Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie