Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Esslinger Maschinenbauer untersuchen südfranzösische Landschnecken

24.10.2012
Esslinger Maschinenbauer untersuchen südfranzösische Landschnecken – in Kooperation mit Tübinger Biologen
Was machen eigentlich gemeine, südfranzösische Landschnecken bei den Esslinger Maschinenbauern? Diese Frage drängt sich beim Lesen der Forschungsprojektbeschreibung „Wärmeflüsse, Thermodynamik und ökophysiologische Konsequenzen hoher Temperaturen bei mediterranen Landschnecken“ sofort auf.

In dem seit vergangenem Jahr laufenden Forschungsvorhaben wird untersucht, „warum und wie die so genannten terrestrischen Schnecken unter sehr heißen Bedingungen im mediterranen Raum überleben“, heißt es in der Projektbeschreibung. In dem Kooperationsprojekt mit Biologen der Universität Tübingen tragen die Ingenieure der Hochschule Esslingen unter Leitung von Professor Dr. Ulrich Gärtner die Expertisen zur Thermodynamik und Wärmesimulation bei. Die Tübinger Wissenschaftler untersuchen dabei vor allem die ökophysiologisch-biochemischen Aspekte.

„Bisher wurde festgestellt, dass die Schnecken mit dem Namen Xeropicta derbentina bei heißen Temperaturen verstärkt versuchen, sich nach oben zu bewegen, also Grashalme oder Zweige zu erklimmen“, erläutert Ulrich Gärtner. Dieses Verhalten diene den Schnecken vor allem dazu, ihren Wärmehaushalt auszugleichen, da sich, so Gärtner, sowohl die Temperatur als auch die Luftgeschwindigkeit bereits wenige Zentimeter über dem Boden sehr stark änderten. Ziel der Maschinenbauer ist es nun, wichtige thermodynamische Untersuchungen anhand von Messungen in Südfrankreich und deren Nachstellung in einem eigens dafür konstruierten Windkanal in Esslingen durchzuführen.
Die südfranzösischen Landschnecken wurden für diese Versuche ausgewählt, weil sie eine sehr hohe Körpertemperatur von bis zu 45 Grad Celsius über mehrere Stunden ertragen kann, sagt Markus Ludwig, einer der beiden Esslinger Doktoranden in dem Projekt. Von besonderem Interesse sei dabei die Untersuchung der Bildung von Stressproteinen, die zur Reparatur von thermisch bedingten Defekten in anderen Proteinen dienen. „Dazu ist die genaue Erfassung der thermischen Randbedingungen der Tiere erforderlich“, erklärt Ludwig, der zwei bis dreimal im Jahr für je eine Woche in Südfrankreich ist.

In dem mit Studenten gebauten Esslinger Klimawindkanal werden Strömungssimulationen durchgeführt, die den Wärmehaushalt zeigen und damit die oben genannten Studien zum Vergleich mit den Messungen auf der Wiese ermöglichen. „Besonders interessant ist es, zu sehen, bis zu welcher Temperatur die Tiere überleben“, erläutert Professor Gärtner. Die Herausforderung für die Wissenschaftler: „Die Simulationsmodelle müssen sehr genau sein, meist genauer als ein Prozent“. Diese Arbeiten sind laut Gärtner vor allem für die Firmen, die sich mit optischer Messtechnik beschäftigen, sehr interessant.

Die südfranzösische Landschnecke
Fotograf: Andreas Dietrich

Ulrich Gärtner fühlt sich mit diesem auf drei bis vier Jahre angelegtem, bislang einzigartigem Projekt der Interdisziplinarität verpflichtet: „Mir liegt das fakultätsübergreifende Arbeiten sehr am Herzen.“ Deswegen passe die Kooperation mit der Universität Tübingen bestens ins Konzept der Ingenieure. Neben den Doktoranden sind auch rund 30 Studenten mit in das Projekt eingebunden.

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-esslingen.de/mb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf
20.04.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Bionik-Forschungsvorhaben untersucht mechanische Eigenschaften von Außenskeletten
26.03.2018 | Hochschule Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics