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Dörfer haben eigenen genetischen Fingerabdruck

07.07.2010
DNA-Test soll bei Suche nach Familienwurzeln helfen

Ein DNA-Test könnte künftig die Ursprünge einer Familie bis auf wenige Meilen bestimmen. Zu diesem Ergebnis ist ein Team von Wissenschaftlern um Jim Wilson von der University of Edinburgh gekommen.

Demnach können Gentests den Ursprung von Menschen in ländlichen Regionen mit einer Genauigkeit von bis zu fünf Meilen rund um ihren Wohnort feststellen. Denn jedes Dorf hat quasi seinen eigenen genetischen Fingerabdruck, so die Forscher.

Wurzeln von Städtern finden

Mithilfe dieses Tests soll es bald möglich sein, auch die Wurzeln von Städtern zu finden, die Vorfahren aus verschiedenen Regionen des gleichen Landes haben. Bereits in der Vergangenheit wurden genetische Unterschiede bei der Bevölkerung verschiedener Länder nachgewiesen. Für die aktuelle Untersuchung wurde getestet, ob das gleiche Verfahren auch für die Unterscheidung von Bewohnern eines Landes und bei sehr kurzen Entfernungen angewendet werden kann.

Die Wissenschaftler analysierten dazu die Gene von Freiwilligen von den Schottischen Inseln, Bergtälern in Italien und Dörfern in Kroatien. An der Studie nahmen nur Personen teil, deren vier Großeltern alle aus dem gleichen Dorf stammten. Keiner der Teilnehmer war mit einem anderen verwandt.

Die Ergebnisse zeigten, dass es möglich ist, durch die Untersuchung der genetischen Unterschiede Menschen zu unterscheiden, die in nur fünf Meilen voneinander entfernten Dörfern leben. Bei den Proben aus Italien war der Test zu 100 Prozent korrekt, bei jenen aus Schottland zu 96 Prozent und bei den Kroatischen zu 89 Prozent.

Entfernte Verwandte identifizieren

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass dieses Bild dadurch entstanden ist, dass die Menschen in der Vergangenheit eher innerhalb der eigenen Reihen heirateten. Nach vielen Generationen entwickelten die verschiedenen Dörfer so ihren eigenen genetischen Fingerabdruck. Er soll es in Zukunft ermöglichen, auch entfernte Verwandte zu identifizieren.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ed.ac.uk

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