Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit Produktentwickler künftig nicht alt aussehen

22.09.2009
Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz ist an der Entwicklung eines Alters-Simulations-Anzuges beteiligt und macht die Bedürfnisse älterer Menschen für Forscher und Entwickler erlebbar

Bleigewichte an Gürtel und Gelenken, Schuhe steif wie Skistiefel, Halskrause, Ohrenschützer, Handschuhe und Unscharf-Brille - so ausgestattet kann ein junger Erwachsener nachvollziehen, warum ein Senior im Straßenverkehr langsamer unterwegs ist und die Bedienung manch technischer Geräte scheut.

Eindrücke, die der Modulare Alters-Simulations- AnzugeXtra (MAX) vermittelt, den die Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz gemeinsam mit der AutoUni, der Wolfsburg AG, der Audi AG und der Volkswagen Konzernforschung entwickelt hat.

"Unser Ziel ist es, jüngere Menschen für die Bedürfnisse und alltäglichen Schwierigkeiten der älteren Menschen zu sensibilisieren und so ein Umdenken in der Verständigung von Jung und Alt zu unterstützen", berichtet Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer, Inhaberin der Professur Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz.

Zum Einsatz kommen die bisher gefertigten zehn Anzüge bei der Volkswagen Konzernforschung, der Audi Produktionsplanung, der Wolfsburg AG und der AutoUni für Projekte, Tests, Veranstaltungen, Marktforschungen sowie Schulungen von Unternehmen, Kommunen und Bildungsträgern.

Altersgerechte Arbeitsplätze und Produkte sollen so entstehen. Denn wenn Sehen, Hören, Tasten, Motorik und Kraft nachlassen, stellen Kunden andere Ansprüche an Produkte - alltägliche Handlungen fallen schwer, egal ob es sich um das Drücken der kleinen Tasten eines Handys, das Einsteigen ins Auto oder das Bücken nach der Milch im Kühlschrank handelt. Forscher und Entwickler können diese Bedürfnisse der Kunden, aber auch der älteren Mitarbeiter im Unternehmen mit dem neu entwickelten Alters-Simulations- Anzug nachvollziehen.

Der Anzug ist modular aufgebaut und größenvariabel. Außerdem lassen sich die Einschränkungen in drei verschiedenen Graden simulieren. "Die altersbedingten Einschränkungen sind bei jedem Menschen natürlich anders ausgeprägt. Deshalb kann man nicht sagen, dass man mit dem Anzug um eine bestimmte Anzahl von Jahren altert", erklärt Christian Scherf, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Arbeitswissenschaft, und ergänzt: "Aber man kann zwischen schwachen, mittleren und starken Einschränkungen unterscheiden und dadurch sehr gezielt und flexibel die Alterung simulieren."

Mehr als 200 wissenschaftliche Studien aus Medizin, Alternsforschung, Sportwissenschaft und Psychologie sind in die Entwicklung des Anzuges eingeflossen. In mehr als 70 Einsätzen hat die AutoUni einen 2008 gefertigten Prototypen getestet und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung gesammelt. "Es wird für Unternehmen in der Zukunft immer wichtiger, sich auf die Bedürfnisse älterer Menschen einzustellen, da es immer mehr ältere Kunden geben wird. Wir planen an unserer Professur derzeit die Evaluation des Alters-Simulations-Anzuges beim Einsatz in Arbeitsprozessen. Dazu werden wir eine größere wissenschaftliche Studie durchführen und den Anzug ständig weiterentwickeln", blickt Prof. Spanner-Ulmer in die Zukunft.

Weitere Informationen erteilt Christian Scherf, Telefon 0371 531-36882,
E- Mail christian.scherf@mb.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Nano-CT-Gerät liefert hochauflösende Aufnahmen von winzigem Stummelfüßer-Bein
07.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Neues Verbundprojekt erforscht die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer
12.09.2017 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte