Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brückenschlag nach Fernost

01.09.2008
Korea ist im Aufwind. Die Wirtschaft boomt, Produkte "made in Korea" sind auf der ganzen Welt zu haben. Ein neues Fraunhofer Representative Office soll jetzt die Kooperation zwischen deutschen und koreanischen Wissenschaftlern fördern und neue Kundenkontakte schaffen. Am 3. September 2008 wird das Büro in Seoul offiziell eröffnet.

"Es gibt viele Gründe für Fraunhofer, nach Korea zu kommen", erklärt Fraunhofer-Präsident Hans-Jörg Bullinger: "Da sind zunächst einmal die rein menschlichen Faktoren: Die Koreaner sind uns sehr ähnlich.

Sie sind wie die Deutschen fleißig, zielstrebig und leistungsorientiert. Sie leben in einem geteilten Land - so wie wir es jahrzehntelang getan haben. Darüber hinaus ist Korea ein idealer Standort für eine Forschungsorganisation wie Fraunhofer: Die Wirtschaft wächst kontinuierlich mit rund fünf Prozent im Jahr. Der Staat investiert jährlich 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung. Und last but not least findet man in Korea überdurchschnittlich viele gut ausgebildete und hoch motivierte Ingenieure."

Die Koreaner, ergänzt der Fraunhofer-Präsident, verfügten über wertvolles Know-how und seien daher ideale Forschungspartner: "Es gibt viele Bereiche, in denen wir uns ergänzen, beispielsweise bei der Flachbildschirm-Technologie, in der Mikroelektronik, Kommunikationstechnik und im Maschinenbau."

Die Wissenschaftler und Ingenieure der Fraunhofer-Gesellschaft arbeiten schon seit mehreren Jahren eng mit koreanischen Forschungseinrichtungen und Industriepartnern zusammen. Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin beispielsweise kooperiert mit dem Samsung Advanced Institute of Technology - dem Thinktank des Samsung-Konzerns. Gemeinsam tüfteln die Mitglieder des deutsch-koreanischen Teams an Technologien für die Märkte von übermorgen - am Mobilfunk der 4. Generation etwa oder Smart Homes.

Die Fraunhofer-Forscher werden in Korea mit offenen Armen empfangen, berichtet Joohwan Kim, der Leiter des neuen Fraunhofer Representative Office in Seoul: "Die Nachfrage ist vor allem im IT-Bereich, bei Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien und beim Energiemanagement enorm."

In den vergangenen Monaten wurde eine ganze Reihe von Abkommen über gemeinsame Forschungsprojekte unterzeichnet - beispielsweise zwischen dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Stadt Seoul. Zusammenarbeiten wollen künftig auch Sunic System, ein führender Hersteller von Vakuumabscheidungsanlagen für organische Materialien in Korea und das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden.

In einer strategischen Kooperation werden die Partner die Produktionstechnik verbessern, die bei der Herstellung von organischen lichtemittierenden Dioden, kurz OLEDS, und organischen Solarzellen eingesetzt wird. "Um für OLED-Beleuchtungen ein großes Marktsegment zu erreichen, müssen die gegenwärtig verfügbaren Fertigungsanlagen in Bezug auf Ausbeute und Kosten verbessert werden", erklärt Ines Schedwill vom IPMS. "Mit der Pilotanlage, die derzeit an unserem Institut aufgebaut wird, können wir den Durchsatz bei der Vakuumbeschichtung steigern und den Materialverbrauch optimieren."

"Das Engagement in Korea ist Teil der internationalen Strategie der Fraunhofer-Gesellschaft", erklärt Präsident Bullinger. "Wir müssen im Ausland Präsenz zeigen und Erfahrungen sammeln, um unsere Kunden in Deutschland, die selbst Global Players sind oder es werden wollen, beraten zu können. Korea ist ein wichtiger Partner der deutschen Industrie, deshalb wollen und müssen auch wir hier präsent sein."

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/09/Presseinformation01092008.jsp

Weitere Berichte zu: Bruttoinlandsprodukt FOKUS IPMS ISE Vakuumabscheidungsanlagen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Mit Nanopartikel-Tandems gegen den Herzinfarkt
01.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Virtuelle Realität für Bakterien
01.12.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik