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Bienen suchen nach Bomben

13.05.2002


Pentagon setzt auf "kontrollierte biologische Systeme" zur Suche nach Drogen und Sprengstoff

Honigbienen, die Blumen ignorieren und sich auf Sprengstoffe konzentrieren, hat das Pentagon nach Angaben der New York Times gezüchtet. Die Wunderinsekten sollen als Schwärme dann Bomben, die in Autos oder Lastwagen versteckt sind, aufspüren, bei der Minensuche helfen und andere versteckte Sprengstofffallen finden.

Bienen als Sprengstoffschnüffler sind nicht neu. Bereits seit drei Jahren arbeitet das Pentagon an dem Projekt. Besonders interessant wurde es aber nach dem 11. September. Dennoch meinen Forscher, dass das gesamte Projekt erst in den Kinderschuhen steckt. Die Grenzen der Insekten sind den Wissenschaftlern schon klar: Bei Kälte, Regen, Sturm oder in der Nacht schwirren die Honigbienen unter keinen Umständen aus. "Bienen sind aber mindestens so gute Riecher wie Hunde", so Alan Rudolph, Programm-Manager vom Defense Sciences Office der Defense Advanced Research Projects Agency. Die Eigenschaften der Honigbienen ist jedenfalls hervorragend: bereits kleine Spuren von verschiedenen Molekülen können die Insekten aufspüren. Im Pentagon sind sich die Wissenschaftler einig darüber, dass das Bienen-Projekt ein gewisses PR-Problem darstellt und von der Öffentlichkeit verspottet wird.

Das Air Force Research Laboratory an der Brooks Air Force Base hat in mehreren Versuchen mit Honigbienen festgestellt, dass diese 99 Prozent der Schnüffeltests nach Sprengstoffen bestanden hätten. In den kommenden Wochen sollen Feldversuche mit Sendern gestartet werden, die nur so groß sind wie ein Salzkörnchen. Dieses System soll eine genaue Standort-Bestimmung ermöglichen, wenn einzelne Bienen nach Sprengstoff suchen.

Die Forscher, die mit den Bienen arbeiten, sind überzeugt davon, dass bei der Suche nach Rauschgift, die Bienen noch besser und leichter einsetzbar sind, da die meisten Drogen chemische Substanzen an die Luft abgeben. Solche Versuche werden seit Jahren an der Universität in Montana durchgeführt. Die Wissenschaftler belohnen die Bienen mit Zucker. Wenn eine Biene das Spiel verstanden hat, wird diese Botschaft dem ganzen Volk mitgeteilt, berichten die Forscher. Innerhalb von zwei Stunden finden die Insekten jedes angepeilte Ziel.

Das Pentagon hat in solche Projekte, bei denen Tiere als chemische Spürnasen verwendet werden, seit 1998 rund 25 Mio. Dollar gesteckt. Die Projekte laufen unter dem Namen "Controlled Biological Systems".

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com/2002/05/13/science/13BEES.html

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