Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Konsortium "EUMORPHIA" erhält 12,3 Mio. Euro - GBF ist Partner

03.05.2002


Neues EU-Programm: Mausgenetik für die Gesundheitsforschung.



Die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) ist Partner im neuen europäischen Forschungsprogramm "EUMORPHIA". Die Europäische Union stellt hierfür jetzt 12,3 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bereit, davon fließen 730.000 Euro nach Braunschweig. In dem groß angelegten Programm sollen genetisch veränderte Mäuse charakterisiert werden, die für die Gesundheitsforschung relevant sind. Die GBF wird sich auf infektionsbiologische Fragestellungen konzentrieren. Sie wird dabei eng mit dem GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, München, zusammenarbeiten, das als zweites deutsches Zentrum an EUMORPHIA beteiligt ist.



In Braunschweig werden Mäuse gezüchtet und untersucht, deren Immunsystem Defekte aufweist, die empfindlich gegenüber bakteriellen Infektionen sind oder die Autoimmun- sowie allergische Reaktionen zeigen. Ein zentraler Schritt ist die Aufklärung der Gene, die an den Krankheitssymptomen beteiligt sind. "Viele Krankheiten haben nicht nur eine Ursache - hier spielen immer genetische und Umweltfaktoren eine Rolle. Das ist in der Maus ganz ähnlich wie beim Menschen. Zusammen mit den jetzt verfügbaren Informationen über das menschliche Genom haben wir mit den Mausmutanten ein sehr wirkungsvolles Werkzeug, mehr über die Ursachen vieler Volkskrankheiten zu erfahren", erklärt Prof. Dr. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF. Für die Interpretation werden neue informatische Methoden entwickelt. Eine weitere Aufgabe ist die Etablierung von Zell-Linien aus den Mausmutanten. Dies erlaubt sowohl eine detaillierte Analyse der molekularen Zusammenhänge als auch eine Vermeidung vieler Tierversuche.

Das Programm ist ein neues Fördermodell, das sich unter anderem durch eine strenge Auswahl der beteiligten Partner nach wissenschaftlichen Kriterien und regelmäßige Kontrollen der Forschungsergebnisse auszeichnet. Eine große Bedeutung hat dabei die Entwicklung von Standardprotokollen zum Beispiel für die Zucht oder die Herstellung von Mausmutanten und Zell-Linien. "Das garantiert aussagekräftige Forschungsergebnisse. Diese werden langfristig dazu beitragen, Krankheiten besser zu diagnostizieren und sicherer zu behandeln. EUMORPHIA wird auch die Pharma- und Biotech-Industrie in Europa voranbringen", sagt Balling.

Koordiniert wird das EUMORPHIA-Programm ("European Union Mouse Research for Public Health and Industrial Application") vom Medical Research Council Harwell bei London. Die beteiligten renommierten Forschergruppen kommen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Schweden, Schweiz und Spanien.

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/research/press/2002/pr1803en.html#ann2

Weitere Berichte zu: EUMORPHIA Gesundheitsforschung Mausmutant Mäuse Zell-Linie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Neues Labor für die Aufbautechnik von ultradünnen Mikrosystemen
21.02.2017 | Hahn-Schickard

nachricht 36 Forschungsprojekte zu Big Data
21.02.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie